Brodowys Woche: Des Sprechens  holde Seite
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“. Foto: Privat

Brodowys Woche: Des Sprechens holde Seite

Sprache verändert sich. Das ist auch gut so. Und dennoch, manches Mal überkommt mich der Harm ob der Tristesse, wenn unserer Sprache allzu viele schöne Wörter verlustig gehen. Dass der Bandsalat im mp3-Zeitalter nicht mehr so gefragt ist, leuchtet ein. Aber auch der Schlüpfer ist längst der Shorts und dem Slip gewichen. Und Plautze oder Hüftgold klingt doch irgendwie bonfortionös. Wunderbar überhaupt, wie einst französische Begriffe eingedeutscht wurden, denen nun aber von der allgemeinen Veranglizisierungswelle der Garaus gemacht wird. Vorbei die Zeiten, in denen man sich auf dem Schäselong fläzen und seine Fiesematenten treiben konnte. Aber auch wenn Ungemach dräuet, noch hat der Schnitter all die Wörter nicht fortgenommen, noch lässt es sich wacker dafür streiten, sie zu bewahren und sie beim Vagabundieren auf dem Trottoir manchem Backfisch oder Steppke zuzuraunen, auf dass diese bass erstaunt seien, wie feingeistig famos sich fabulieren lässt. Geruhen wir dies also zu tun und sei es nur, um ausgebufft Schabernack oder Mummpitz zu treiben! Tun wir dies nicht tumb, sondern mit Inbrunst! Mich dünkt, es könnte gar ein vortrefflich Spiel und Zeitvertreib werden, auch wenn es uns in die Bredouille bringen mag, wenn manch ein Stoffel es für Kokolores hält und sich ob des Zinnobers erzürnt, Ränke gegen uns schmiedet und uns in Kalamitäten bringt. Egal, mag doch die Flitzpiepe greinen! Wir harren aus! Und vielleicht fallen Ihnen ja auch noch ein paar „verlorene“ Wörter ein!

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