„Alle haben sich weiterentwickelt“

„Alle haben sich weiterentwickelt“

Football: Headcoach Benedikt Lebek erklärt im Interview den Erfolg der Hannover Grizzlies

Ungeschlagen hat sich die Football-Mannschaft der Hannover Grizzlies kürzlich den Aufstieg aus der Verbandsliga in die vierthöchste Spielklasse gesichert. Im Interview spricht Headcoach Benedikt Lebek über die Gründe des Erfolges und zukünftige Ziele.

Herr Lebek, Sie sind souverän durch die Verbandsliga marschiert. Sie hatten zwar vor der Saison den Aufstieg als Ziel ausgegeben, doch hatten Sie erwartet, dass es so deutlich wird?
Na, ich finde, dass es gar nicht so deutlich war. Natürlich haben wir kein Spiel verloren, aber wir mussten quasi bis zuletzt alles geben. Das war schon ein hartes Rennen gegen Zeven Northern United.

Gegen die gab es im Hinspiel ein Remis, das Rückspiel hatten sie mit 10:8 für sich entschieden. Danach folgte das letzte Heimspiel gegen die Hamburg Ravens, in dem Sie mit einem Sieg den Aufstieg klarmachen konnten…
Wir hatten in dem Spiel schon Druck. Die Nervosität war vor dieser Partie unsere größte Sorge. Schließlich ging es um einiges. Wir hatten unser Finale, das wir gewinnen mussten. Wir haben uns darauf verlassen, dass wir in den zurückliegenden Monaten sehr gut gearbeitet hatten. Wir haben am Rhythmus nichts geändert. Die Spieler sollten auch gar nicht so viel über den Druck nachdenken, sondern Spaß haben. Das hat auch geklappt.

Was ist denn der Grund für Ihren Erfolg?
Wir hatten viele Neue im Kader, auch Quereinsteiger aus anderen Sportarten wie Handball oder Basketball. Aber auch einige Rückkehrer, die früher schon einmal bei den Grizzlies waren, dann aber zu höherklassigen Teams gewechselt sind. Wir hatten mit 44 Spielern im Schnitt eine extrem hohe Trainingsbeteiligung.

Spieler loben immer wieder das besondere Umfeld der Grizzlies. Was hat es damit auf sich?
Wir sind schon sehr gut aufgestellt, haben insgesamt zehn Trainer. Wir bleiben in der Konstellation auch zusammen. Da sind auch sehr erfahrene Coaches und Physiotherapeuten bei. Wir alle haben uns weiterentwickelt. Davon profitiert natürlich auch das Team.

Was erwartet Sie in der neuen Saison, die im April beginnt?
Viele Fahrten nach Hamburg (lacht). Uns ist bewusst, dass wir jetzt alle noch einen Gang hochschalten müssen. Es wird deutlich enger in der vierten Liga zugehen als in der Verbandsliga. Wir bekommen keine Atempause mehr. Und die Disziplin ist wichtig. Auch im Amateurbereich muss klar sein, dass man während der Saison andere Dinge hinten anstellen muss.

Wo soll es denn langfristig für die Grizzlies hingehen?
Es wäre gelogen, wenn wir nicht sagen, dass wir auf lange Sicht in die German Football League – die oberste Spielklasse – wollen. Uns ist bewusst, dass das ein langer und harter Weg ist. In der neue Saison wollen wir auf jeden Fall oben mitspielen und zeigen, dass wir Ambitionen haben, zukünftig weiter aufzusteigen.

Sie betonen immer wieder, dass Sie den Spielern nichts bezahlen. Wie lange können Sie das noch durchhalten?
Bezahlte Spieler sind im deutschen Football die Ausnahme. Uns ist bewusst, dass wir uns spätestens ab der zweiten Liga gezielt mit Import-Spielern verstärken müssen, vielleicht schon in der Regionalliga, wenn man den Aufstieg anpeilt. Aber wir wollen dieses System möglichst lange beibehalten, weil wir keine Zwei-Klassengesellschaft im Team haben wollen, bei dem einige etwas bekommen und andere nicht.

Dafür investieren Sie mehr in den Nachwuchs …
Das stimmt. Wir wollen uns dort mit hochqualifizierten Trainern gut aufstellen, damit wir in einigen Jahren auch einen Generationenwechsel problemlos bei uns durchführen können. Wir sind bei den drei Nachwuchsteams mit rund 130 Mitgliedern sehr gut aufgestellt.

Hat mit den Hannover Grizzlies
klare Ziele vor Augen:
Headcoach Benedikt Lebek. Foto: bo

 

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