Auch beim Schach boxt er sich durch

HSK Lister Turm: Neuzugang Christian Polster ​mit reiner Weste

​Ausgerechnet in der letzten Pflichtpartie der Saison hätte es Christian Polster fast erwischt, die Stellung des 17-Jährigen im Oberligakampf des HSK/Lister Turm gegen Nordhorn ist kritisch. Fotografiert zu werden, stört ihn aber nicht. Christian Polster ist angespannt, bewahrt sich jedoch eine gewisse Lockerheit. Die hilft – nach fast sechs Stunden führt er die Partie zum Sieg. Der sechste im sechsten Einsatz! 

Erst Anfang der Saison kam Polster vom SK Verden, etablierte sich aber auf Anhieb als Leistungsträger. „Ein super Zugang“, lobt Clubvorsitzender Lukas Hoffmann seinen Neuen. Die Resultate des Jahres lesen sich wie im Märchen. Mit neun Siegen in neun Runden triumphierte Polster vor Ostern bei der Jugend-Landesmeisterschaft in der U18 und löste die Fahrkarte für die Deutsche Meisterschaft über Pfingsten in Willingen. Noch spektakulärer ist der Triumph bei den Landestitelkämpfen der Herren Anfang Januar beim „Heimspiel“ in Verden. Als Nummer zehn der Setzliste düpierte er die Konkurrenz und stand ungeschlagen mit sechs Punkten aus sieben Runden oben auf dem Treppchen. 

Erst mit 12 Jahren kam Christian Polster in den Verein. Die Entwicklung ist seither atemberaubend. 1126 Deutsche Wertungszahl (DWZ)-Stärkepunkte standen nach dem ersten Turnier zu Buche, aktuell sind es 2225. „Dabei habe ich zum Training eher weniger Lust“, sagt Polster und lacht. „Das ist auch der Grund, warum ich häufig Probleme in den Eröffnungen habe.“ Die kleinen Schwächen zu Beginn einer Partie macht er mit großem Kampfgeist wett. „Früh Remis zu geben, kommt nicht in Frage. „Dafür spiele ich ja nicht Schach“, sagt Polster. Die Einstellung hat er möglicherweise beim Boxen gelernt. Auch dort ist er im Verein. „Aber nur noch zum Spaß“ versichert der Schüler der 11. Klasse eines Technikgymnasiums. Die volle Konzentration gilt dem Schach. Zehn Turniere spielt er im Jahr. Wohin soll der Weg einmal führen? „Ich habe mir kein klares Ziel gesteckt“, sagt der 17-Jährige. Einen Traum hat er doch. „In der Bundesliga zu spielen hätte schon was.“ 

Zunächst stehen die Nationalen Titelkämpfe in Willingen an. 2016 war Polster übrigens schon einmal in der U16 mit dabei und wurde Vierter „Wäre schön, das zu steigern.“ Wäre doch gelacht, sollte das nicht gelingt. 

Die Figuren auf dem Brett im Blick: Christian Polster überlegt sich seinen nächsten Zug. FOTO: SERRECK

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