Diese Zebras sind wirklich wild
Endlich wieder oben auf: Die Lindener Rugby-Spieler tragen Trainer Rainer Kumm auf Schultern. Foto: sdi

Diese Zebras sind wirklich wild

Rugby: Der TSV Victoria Linden schafft endlich den Wiederaufstieg ins Oberhaus

HANNOVER (sdi). Das ist eine lange Durststrecke für die Zebras gewesen. Die Wildpferde halten es gemeinhin zwar eine ganze Weile ohne Wasser aus, im Zweifel ziehen sie aber zur nächsten Quelle weiter.  Auch für die Rugbyspieler des TSV Victoria Linden war es höchste Zeit: 2006 waren sie erstmals aus dem Oberhaus abgestiegen, danach kamen sie durch Ligareformen wieder hoch, einmal verzichteten sie sogar. „Das war nichts Halbes und nichts Ganzes. Jetzt sind wir nach zehn Jahren harter Arbeit zurück. Vor allen Beteiligten kann man nur den Hut ziehen“, kommentiert Ex-Auswahlstürmer Ralf Hasenbein, Vize-Präsident der Lindener, den Wiederaufstieg der Zebras in die 1. Bundesliga Nord.
Besonders stark war und ist die 2. Bundesliga nicht, wenngleich Trainer Rainer Kumm (49), der mit Victoria sechs Titel gefeiert und 31 Länderspiele gemacht hat, das so nicht formulieren würde. Er sagt nur: „Diese Mannschaft gehört in die 1. Liga, auch wenn es nur um den Klassenerhalt gehen wird.“  Viele „alte Meister“ schauten zu, als die sehr jungen Zebras unlängst das Aufstiegsspiel gegen die Adler Kiel (59:15) gewannen und dabei überzeugten. Körperlich ist der Aufsteiger den beiden großen Kontrahenten Hannovers, 78 und Germania List, allerdings noch nicht ebenbürtig. „Da müssen wir natürlich zulegen, aber das ist ja normal“, weiß Kumm, der Cheftrainer bleiben dürfte. „Die Tendenz geht ganz klar dahin. Rainer hat die jungen Spieler lange trainiert, das ist nur folgerichtig“, betont Hasenbein – zumal fünf weitere junge Akteure nachrücken, die Kumm auch bestens kennt. Hasenbein könnte sich vorstellen, „dass wir den Trainerstab um Rainer noch erweitern“. Mit diesem jungen Team, das dem Attribut wild gerecht wird, ist den Lindenern noch viel zuzutrauen. „Wir sind einen dornigen Weg gegangen in den vergangenen zehn Jahren. Viele haben ihn uns nicht zugetraut“, stellt Hasenbein zufrieden fest. Nun ist der erste Durst der Zebras also gestillt, und zwar mit Sekt.

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