Ein ganz junges Fußball-Team
Das junge Team aus Limmer will sich in der Niedersachsenliga etablieren. Foto: dik

Ein ganz junges Fußball-Team

Die B-Juniorinnen des TSV Limmer sind in die Niedersachsenliga aufgestiegen und suchen einen Sponsor

Von Dieter Kösel
Limmer. „Ich möchte es allen Mädchen, die das wollen, ermöglichen, Fußball zu spielen“, sagt Heidi von der Ah. Offenbar gelingt dies der Trainerin beim TSV Limmer gut. Ihre B-Juniorinnen sind in die Niedersachsenliga aufgestiegen. Dies ist die für diese Altersstufe zweithöchste Spielklasse. Am morgigen Sonntag (15 Uhr) tritt die Elf bei der SG Rodenberg an. Nun fehlt nur noch ein Trikotsponsor.
Die Mädchen aus Limmer stellen das jüngste Team der Niedersachsenliga. Viele der Spielerinnen sind eigentlich noch für jüngere Spielklassen auflaufberechtigt. Dieses machte sich beim Saisonauftakt bemerkbar. Das Team verlor beim amtierenden Niedersachsenmeister TSV Bemerode mit 2:6.
„Da haben sich die Körper­unterschiede aufgrund des Alters bemerkbar gemacht“, erklärt die Trainerin, „wir sind unglaublich jung und müssen uns durchbeißen. Dafür haben es meine Mädchen gut gemacht.“ Während bei Bemerode zehn Spielerinnen des älteren Jahrganges aufliefen, waren es bei Limmer gerade einmal zwei. Es wird schwierig werden, doch das Talent, der Einsatz und die Freude sind vorhanden. Das Saisonziel heißt Klassenerhalt.
Die Belastungen, die diese Spielklasse mit sich bringt, wollen gemeistert sein. Zweimal in der Woche wird trainiert, dazu kommen die Auswärtsfahrten. In der Vorbereitung und den Ferien stehen drei- bis viermal Training auf dem Programm. Dabei soll der Spaß nicht zu kurz kommen, gehören auch mal Tretbootfahren auf dem Maschsee oder FIFA Soccer  am PC bei einem Trainingslager mit Übernachtung dazu.
Dies alles soll sich nicht zu Lasten der Schule auswirken. Dort ist der Ehrgeiz der Mädchen mindestens so groß wie auf dem Schulfeld. Und wenn Klassenarbeiten oder andere Prüfungen anstehen, dann nehmen die Spielerinnen dies im Gegensatz zu vielen Jungen sehr ernst. Es hilft, dass ihre Trainerin eine ausgebildete Sozialpäda­gogin ist, die diese Sorgen nicht auf die leichte Schulter nimmt und ihre Spielerinnen unterstützt.
Das überrascht nicht, denn Fußball ist für Heidi von der Ah weit mehr als nur ein Sport. „Mädchen emanzipieren sich über das Spiel, auch wenn dies leider nicht bei allen gelingt“, stellt die Trainerin fest. Sie lernen, sich körperlich durchzusetzen und Emotionen herauszulassen. Zugleich zerstört der Wettkampf nicht die auch von Konkurrenz geprägten Beziehungen untereinander oder zu den Gegnerinnen. Es gibt vieles, was Selbstvertrauen aufbaut.
Die Kommunikationsfähigkeit sollte nicht vergessen werden. Schließlich werden 3.000 Kilometer mit dem Bus bei den Auswärtsfahrten nicht schweigend bewältigt. Von Aurich, dort ist schon die Übernachtung in der Jugendherberge gebucht, bis Göttingen reichen die Spielorte. Niedersachsen ist eben ein Flächenland.
Doch kommen wir auf den Trikotsponsor zurück. „Der wäre eine große Hilfe“, erklärt Heidi von der Ah, „mit 3.000 Euro hätten wir gute Laune.“ Da sei zunächst einmal klargestellt, die Mädchen bekommen kein Geld. Sie müssen eher noch welches mitbringen, um ihrem Hobby nachgehen zu können. Das Sponsorengeld wird für die Busreisen, Übernachtungen oder als Hilfe etwa beim Fußballschuhkauf benötigt, der nicht für alle ohne Weiteres möglich ist.
Wer interessiert ist, Infos unter
❱❱ https://tsv-limmer.com/abteilungen/fussball/frauen-juniorinnen/

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