Ein Hafenbecken soll verschwinden
Grüne Idylle im Misburger Industriegebiet: Bis kurz vor dieser Biegung soll ein Teil des westlichen Hafens verfüllt werden. Foto: Oberdorfer

Ein Hafenbecken soll verschwinden

Ein kleines Naturparadies in Misburg droht unter Sand, Steinen und Schutt zu verschwinden: Bauunternehmer Günter Papenburg will das stillgelegte westliche Becken des Misburger Hafens zuschütten lassen und die neu gewonnene Fläche gewerblich nutzen. Das Gelände gehört ihm bereits seit mehreren Jahren. Ein entsprechender Antrag liegt der Region Hannover vor. Der erster Genehmigungsschritt fällt in ihre Zuständigkeit, da sie als Untere Wasserbehörde der „Aufhebung des Gewässers“ zustimmen muss.

Für das rot umrandete Gebiet läuft derzeit das Änderungsverfahren zum Flächennutzungsplan.Karte: Openstreetmap

Für das rot umrandete Gebiet läuft derzeit das Änderungsverfahren zum Flächennutzungsplan.Karte: Openstreetmap

Grünes Licht für das Projekt kommt aus dem hannoverschen Rathaus. Der Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegen stimmte im Juni bereits einer entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans zu. Der Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen beschäftigt sich Anfang August mit dem Thema, danach entscheidet der Verwaltungsausschuss. Eine Zustimmung gilt als sicher, da sich mit der SPD und Bündnis 90/Die Grünen die Ratsmehrheit für die Umwandlung der Wasser- in eine Gewerbefläche ausspricht.

Gegen das Projekt stellt sich die CDU: „In Misburg gibt es bereits viele Gewerbe- und Industrieflächen. Das alte Hafenbecken ist ein echtes Kleinod, dass sich die Natur über die Jahre zurück erobert hat. Dies lohnt es zu erhalten“, sagt Kerstin Seitz, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat und Chefin der CDU-Bezirksratsfraktion.

SPD und Grüne stimmen dem Projekt zwar grundsätzlich zu, wollen aber die weiteren Planungsschritte intensiv beraten. Dazu dürfte es auch reichlich Gelegenheit geben. „Das wird ein sehr langes Planfeststellungsverfahren, in der es auch eine öffentliche Beteiligung geben wird“, kündigte Regionssprecherin Carmen Pförtner an. Und: Wird die Genehmigung erteilt, dann werden „wir sehr genau hinschauen lassen, womit das Hafenbecken verfüllt werden soll“, kündigt Patrick Drenske, umweltpolitischer Sprecher der grünen Ratsfraktion an. In eine ähnliche Richtung gehen auch die Überlegungen von Jürgen Mineur, umweltpolischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. „In der Wasserstadt wurde das Verfüllen der Fläche von einem eigens dafür eingestellten Mitarbeiter überwacht. Ein ähnliches Modell könnten ich mir auch für das Misburger Hafenbecken vorstellen“, sagt der Mineur. Das ehemalige Conti-Gelände in Limmer gehört ebenfalls Papenburg. „Das Verfüllen  hat dort gut geklappt“, erinnert sich Mineur.

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