Ein königlicher Spaziergang
Blütenpracht im barocken Rahmen: Der Große Garten verzaubert die Besucher. Foto: Schmücking-Goldmann

Ein königlicher Spaziergang

Jedes Wochenende gibt es Führungen durch den Großen Garten

Wohl jeder Hannoveraner war mindestens einmal in seinem Leben im Großen Garten. Doch wer kennt schon seine lange und interessante Geschichte und die vielen großen und kleinen Geschichten, die sich um die barocke Schönheit ranken? Jedes Wochenende bietet Hannover Marketing und Tourismus eine Führung durch die „Königliche Gartenpracht“ an.
Gästeführerin Ursula Schönemann erwartet die Besucher pünktlich um 14 Uhr an der Eingangstür zum Großen Garten. Mit dabei sind vor allem Gäste aus der Region. „Das ist nicht ungewöhnlich“, sagt Ursula Schönemann, denn schließlich wollen viele Menschen erfahren, welch einmalige Besonderheit sich in ihrer Nähe befindet. Die Gästeführerin hat dann auch gleich ganz viele Fakten zu erzählen. 800 Meter ist der Große Garten lang und 450 Meter breit. 35 Hektar Fläche befinden sich innerhalb der umliegenden Graft. „1666 ist das Geburtsjahr des barocken Gartens“, erklärt Ursula Schönemann. Herzog Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg ließ sich damals an sein gerade errichtetes Schloss einen Lustgarten anlegen.
Die Glanzzeit des Gartens begann ab 1680 unter dem Kurfürsten Ernst August und vor allem seiner Frau Sophie von der Pfalz, die den Großen Garten zu ihrem persönlichen Projekt machte. Über verwandtschaftliche Beziehungen war Sophie dazu bestimmt, Königin von Großbritannien zu werden. Nur das sollte sie nicht mehr erleben, stattdessen bestieg ihr Sohn Georg Ludwig 1714 den britischen Thron. Damit war der barocke Garten in Herrenhausen plötzlich ein königlicher Garten – und verfiel in einen „Dornröschenschlaf“, da keiner der nachmaligen Könige Veränderungen am Garten vornahm. „Ein Glücksfall“, wie Ursula Schönemann meint, denn bis zum Zweiten Weltkrieg blieb der barocke Kern des Gartens erhalten. 1943 wurden Garten und das Laves-Schloss aus dem 19. Jahrhundert durch Bomben zerstört. Nach dem Krieg richtete die Stadt, inzwischen Eigentümerin des Gartens, die barocke Pracht wieder her. 2013 wurde von der Volkswagen-Stiftung das Schloss als Tagungszentrum und Museum neu gebaut.

Hannover Marketing und Tourismus bietet die etwa 90-minütige Führung „Königliche Gartenpracht“ jeden Sonnabend und Sonntag an. Treffpunkt ist am Eingang Großer Garten. Die Teilnahme kostet 6 Euro (ermäßigt 3 Euro). Hinzu kommt der Eintritt in den Großen Garten, der 8 Euro (ermäßigt 5 Euro) beträgt – inklusive Eintritt ins Museum und den Berggarten.

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