Ein wilder Ritt durch den Deister
Bergab durchs Unterholz. Redakteur Mirko Haendel beackert den runderneuerten Ü30-Trail.Foto: deisterpics

Ein wilder Ritt durch den Deister

Mit dem Mountainbike über den Ü 30-Trail zu Kaffee und Kuchen

Von Mirko Haendel
Deister. Das Tolle am Deister? Man kann ihn mit dem Fahrrad auf sportlich-extreme Weise befahren – man muss aber nicht. Nachdem ich im vergangenen Jahr meinen Fokus darauf gelegt hatte, möglichst häufig und schnell den „Ladies only“ und den Ü 30 – zwei der drei offiziellen Abfahrtstrecken des Vereins „deisterfreun.de“ hinabzujagen – lasse ich es diesmal etwas ruhiger angehen. Der Ü 30 ist runderneuert – diesen Trail auszulassen kommt einem Verbrechen gleich. Es ist allerdings fast ebenso sinnlos, ständig an zwei der bekanntesten und schön gelegenen Wanderlokale vorbeizuradeln, ohne dort einzukehren. Mein Plan diesmal: Deister hoch, im Nordmannsturm einkehren, Trail runter, Berg wieder hoch, im Annaturm einkehren, Trail nochmal runter – fertig!
Ich fahre erneut auf meinem vollgefederten Downhill-Bike, daher wähle ich für die Anstiege Forstwege, die leichter zu bewältigen sind. Los geht‘s am Waldparkplatz oberhalb des Waldstadions des TSV Barsinghausen. Hier endet auch der legendäre Raketentrail, der sich vom Kammweg des Deisters auf direktestem Weg bis hierher herunterschlängelt. Die nächsten 1,5 Kilometer radele ich relativ entspannt auf Asphaltuntergrund den Berg hinauf. Dann teilt sich der Weg, ich halte mich links. Jetzt wird es steinig und steil, doch an der Sternhütte, einer Schutzhütte, kann ich kurz verschnaufen.
Weiter geht‘s. Ich wähle den Weg, der rechts an der Hütte vorbei gerade den Hang hinauf führt. Jetzt bleibe ich pausenlos im Wiegetritt, denn der Anstieg ist ordentlich. Oben angekommen überquere ich ehemaliges militärisches Sperrgebiet und biege links auf den Kammweg ein. Noch einmal fünf Minuten Anstieg und dann begrüßt mich rechter Hand der Nordmannsturm.
Der 1862/1863 aus Deistersandstein vom Namensgeber Constantin Nordmann erbaute Turm mit später angebautem Gastraum ist nicht nur von außen schick. Trotzdem setze ich mich in den sonnigen Biergarten, esse einen leckeren Käsekuchen und gönne mir ein alkoholfreies Weizenbier.
Rundum erfrischt springe ich aufs Bike, rolle auf den direkt neben dem Biergarten beginnenden Vendetta-Trail, der mich mit einem kleinen Drop begrüßt und anschließend dank zahlreicher Kurven und kleinerer Sprünge durchs Unterholz schüttelt.
Unten angekommen geht es auf dem am Deister-Südhang entlangführenden Wallmannweg gen Osten. Nach 2,5 Kilometern erreiche ich den Nienstedter Pass, fahre noch 200 Meter auf der Passstraße hinauf zum Passparkplatz, überquere die Parkfläche und klettere den steil ansteigenden Kammweg hinauf. Doch schon nach 1000 Metern verlasse ich den großen Forstweg wieder. Ich biege an einem kleinen grünen Hinweisschild mit aufgedrucktem Mountainbiker links ab und lande nach 500 Metern am Einstieg zum Ü 30.
Die etwa drei Kilometer lange Strecke wurde von den fleißigen Buddlern der
deisterfreun.de grandios überarbeitet. Mit der richtigen Geschwindigkeit stellt sich dank der angelegten Bodenwellen, Steilkurven und Sprünge schnell der gewünschte Flow-Effekt ein. Trotzdem jage ich den Trail nur zur Hälfte – bis zu einer Schranke – hinunter. Ich biege wieder auf die Passstraße ein und radele erneut den Berg hinauf. Diesmal fahre ich den Kammweg in Richtung Osten über gut drei Kilometer, bis ich das Ausflugslokal Annaturm erreiche. Ich könnte mir hier – es ist mit 405 Meter ü.N.N die höchste Stelle des Deisters –  jetzt den Bauch mit einer leckeren Curywurst oder einem weiteren Stück frischen Kuchens vollschlagen. Stattdessen wähle ich einen Kaffee. Der schmeckt irgendwie deftig, aber wirkt prächtig. Topfit klettere ich noch schnell den zu Kriegszeiten als Flugmeldeturm genutzten Turm hinauf, genieße die super Aussicht und mache mich nach ein paar Minuten wieder auf den Weg. Ich fahre auf dem Kammweg zurück, bis ich wieder vor dem Trail stehe. Dort hole ich noch einmal tief Luft, denn diesmal fahre ich den gesamten, fast drei Kilometer langen Ü 30 bis zu seinem Ende. Ist die obere Hälfte eher naturbelassen und sehr schnell, warten nach besagter Schranke geringeres Gefälle und weniger Wurzeln, aber auch die größeren Sprünge. Hier muss ich mächtig treten, um auf die notwendige Geschwindigkeit zu kommen. Völlig außer Atem – aber glücklich – erreiche ich nach fast zehn Minuten Abfahrt den Trailausgang am sogenannten Kniggenbrink, keinen Kilometer vom Egestorfer Bahnhof entfernt.
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