„Eine absolut spontane Idee“
Brigitte Heinrich ist Vorsitzende beim SV Kickers Vahrenheide. Foto: dik

„Eine absolut spontane Idee“

Will für neuen Schwung sorgen: Brigitte Heinrich ist neue Vorsitzende beim SV Kickers Vahrenheide

Vahrenheide/Sahlkamp. Es spricht für den Zusammenhalt bei den Kickers Vahrenheide, dass die Stabübergabe letztlich problemlos über die Bühne gehen konnte. Der 1. Vorsitzende Detlef Stocksmeier musste aus beruflichen Gründen nach neun Jahren Vorstandsarbeit aufhören und fand in Brigitte Heinrich eine engagierte Nachfolgerin – erstmals eine Frau in der 56-jährigen Geschichte des Klubs am Märkischen Weg 37.

Was hat Sie bewogen, in einem männerlastigen Verein Vorsitzende zu werden?
Brigitte Heinrich: Ich hatte auf unserer Mitgliederversammlung am 24. März das Gefühl, es war keiner so richtig bereit, für den 1. Vorsitzenden einzuspringen. Da habe ich mir gedacht, bring mal Schwung herein, also eine absolut spontane Idee.
Haben Sie Erfahrung in der Vereins-Gremienarbeit?
Heinrich: Mein Mann Joachim war zehn Jahre lang Schatzmeister im Verein und einer unserer besten Freunde, Dieter Lorke, zehn Jahre lang 1. Vorsitzender. Den 2. Vorsitzenden Lars Brandes kenne ich auch schon ein paar Jahre. Insofern kann ich zumindest auf Erfahrungen aus zweiter Hand zurückgreifen.
Befürchten Sie Widerstände?
Heinrich: Widerstände wird es immer mal wieder geben. Ich hoffe jedoch, dass ich erst einmal ein bisschen Zurückhaltung seitens unserer Mitglieder genießen kann, so wie in der Politik in den ersten 100 Tagen.
Könnten Sie sich bitte vorstellen?
Heinrich: Ich bin 64 Jahre alt, gelernte Bankkauffrau und war mehr als 35 Jahre lang bei der TUI beschäftigt. Mein Hobby sind deshalb auch Reisen. Im Moment ein wenig eingeschränkt, weil wir uns wieder einen Hund angeschafft haben. Ich habe zwei Kinder und sechs Enkel.
Haben Sie Fußball gespielt?
Heinrich: Nein, aber meine Enkelin spielt seit drei Jahren beim benachbarten FFC und ich gehe mit ihr regelmäßig  zum Training.
Wann und wie sind Sie zu den Kickers gekommen?
Heinrich: Wir sind vor 35 Jahren hierher gezogen und es stellte sich die Frage. wo gehen wir hin. Dadurch sind wir auf diesen Verein gestoßen und eingetreten. Wir sind Stück für Stück hereingerutscht, so leite ich bereits seit elf Jahren das Sparfach des Klubs.
Welche Akzente wollen Sie setzen?
Heinrich: Ich habe bei der Hauptversammlung gemerkt, dass unsere Fußballer nicht mit den Plätzen zufrieden sind, ganz besonders mit dem A-Platz. Und nichts wäre schlimmer, als wenn uns jetzt Mannschaften wegbrechen würden, weil der Platz nicht in Ordnung ist. Das Ziel des Vorstandes wird es sein, das Geld aufzutreiben, um den Platz vor der nächsten Saison in Ordnung zu bringen.
Wie steht es um den Ausbau der Jugendabteilung?
Heinrich: Da habe ich sehr tatkräftige Unterstützung. Tina Kirchhoff, ihr Sohn spielt in unserer E-Jugend, betreibt für uns Sponsoring und ist genau wie unser Herrenobmann Wolfgang Stocksmeier und andere sehr aktiv. Wir werden dort noch vieles tun.
Soll der nichtfußballerische Bereich ausgebaut werden, um mehr Frauen zu gewinnen?
Heinrich: Wir haben uns schon sehr viel Mühe gegeben, ich bin ja auch aktives Mitglied bei unserer Rückenschule. Da müssen wir uns beraten, ob wir noch etwas anderes anbieten könnten.
Haben Sie sich eine zeitliche Grenze gesetzt?
Heinrich: Erst einmal bis zu den Vorstandswahlen im nächsten Jahr.
Aber Sie könnten auf den Geschmack kommen?
Heinrich: Das wird sich noch zeigen.
Interview: Dieter Kösel
❱❱ www.sv-kickers-vahrenheide.de

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