Engel, Lieder und Gebäck
Frohe Weihnachten. Foto: pixabay

Engel, Lieder und Gebäck

So stimmt sich Deutschland auf die Weihnachtszeit ein

Von Reinhard Urschel
Berlin. Arbeitskleidung (Wallebart, Mantel, Mütze) und Liedtexte müssen sitzen: Überall in Deutschland treffen sich in diesen Tagen studentische Weihnachtsmänner zu Übungsstunden. „Arbeitsvermittlung Heinzelmännchen“ oder so ähnlich heißen die besonderen Angebote der Studentenwerke. Dort also ist man dringend darauf angewiesen, dass sich die Herren (und inzwischen auch etliche Damen) im roten Kostüm sorgfältig auf das Fest einstimmen. Wie aber versetzen sich die „Menschen auf Erden hienieden“, die noch arbeiten müssen oder zur Schule gehen, in Advents- und Weihnachtsstimmung?
„Oh Tannenbaum“ und „Klingglöckchen Klingelingeling“ sollten die Bewerber laut Ausschreibung für einen Weihnachtsmannjob mindestens beherrschen. Beim Vorsingen stellt sich allerdings heraus: Nicht alle sind schon textsicher. Die ersten fertig ausgebildeten Rotröcke sind trotzdem schon in den Kaufhäusern zu sehen, denn was der Einzelhandel rät, liegt auf der Hand: Um in Stimmung zu kommen, geht man am besten shoppen. Indes: Dem Weihnachtsgeschäft fehlt noch der Schwung. Die Umsätze der Einzelhändler lagen in den letzten Tagen gerade mal auf Vorjahresniveau, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilte. „Am ersten Adventssamstag waren viele der Händler mit ihren Umsätzen zufrieden. Unter der Woche sind die Kunden in vielen Innenstädten allerdings noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung gekommen“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Nicht zufrieden seien bislang vor allem die Verkäufer von Kleidung. Das lag wohl am milden Wetter.
Viele stimmen sich bei einem Gang über den Weihnachtsmarkt auf die besinnliche Zeit des Jahres ein. Doch nach den Terroranschlägen von Paris und dem abgesagten Länderspiel in Hannover stehen die Weihnachtsmärkte in Deutschland besonders im Blickpunkt der Sicherheitsbehörden. Es ist nicht jederman Sache, sich darauf einzulassen. Der Besuch der Budenstädte im Norden ist am Eröffnungswochende trotzdem überall gut gewesen. „Die Leute lassen sich nicht verrückt machen“, sagte ein Polizeisprecher.
Die einschlägigen Ambiente-Magazine geben in diesen Tagen mannigfachen Ratschlag, wie man sein trautes Heim aufhübscht, alles zur Hebung des vorweihnachtlichen Gefühls. Grüne Zweige und LED-Lichtlein allüberall, pink als Bändchen und Schleifchenfarbe scheint aber wieder auf dem Rückzug zu sein. Gold und Silber sind doch unverwüstlich.

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Jürgen Belling (70), Rentner: Mit der Advents- und Weihnachtszeit verbinde ich hauptsächlich Schnee. Selbstverständlich darf aber auch ein guter Glühwein nicht fehlen.

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Nurdane Demirkoparan (38), Postbank-Kundenberaterin und Weihnachtsmarkt-Verkäuferin: Ich komme durch Kerzen und schöne, der Jahreszeit angemessene Dekoration in Advents- und Weihnachtsstimmung.

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Regine Belling (70), Rentnerin: Früher sind wir immer durch unsere Enkelkinder in Advents- und Weihnachtsstimmung gekommen. Die haben natürlich, als sie klein waren, an den Weihnachtsmann geglaubt. Heute verbinde ich mit dieser Zeit Gemütlichkeit und Kekse backen.

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Erika Lührmann (60), Mal-Therapeutin: In der Advents- und Weihnachtszeit geht es für mich darum, innezuhalten, dem ganzen Trubel ein bisschen zu entfliehen und sich auch darauf zu besinnen, was Advent und Weihnachten eigentlich bedeuten.

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Alma Maria Lührmann (28), Hörgeräte-Akustikerin: In adventliche und weihnachtliche Stimmung mit der entsprechenden Vorfreude komme ich vor allen Dingen durch mein Kind.

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