Fast wie selbst im Cockpit sitzen

Fast wie selbst im Cockpit sitzen

Copter sind die große Leidenschaft der Mitglieder in der Modellbausparte beim VfB Wülfel

Sie brausen mit bis zu 120 Stundenkilometer durch die Luft, erzeugen dabei ein kreischendes Geräusch und haben dadurch schon viele neugierige Beobachter angezogen. Beim VfB Wülfel gibt es seit April eine Modellbausparte, in der sich rund 20 Gleichgesinnte zusammengeschlossen haben, um ihre Copter im geschützten Bereich fliegen zu lassen. Dabei haben sich die Mitglieder bereits viele Freunde im Verein gemacht. „Der Platzwart ist glücklich, dass wir mit einer Kamera Luftaufnahmen vom Rasen gemacht haben. So konnte er gut sehen, wo das Gras ausgebessert werden muss“, sagt der stellvertretende Abteilungsleiter Angelo Gross mit einem Lachen. Auch die Tennisspieler im VfB freuten sich über die Luftbilder ihrer Tennisplätze.
Da es rechtliche Grundlagen gibt, wo mit einem Copter geflogen werden darf, ist es immer schwieriger, freie Flächen zu finden. „Es gibt auch einige schwarze Schafe, die diese Leidenschaft in Verruf bringen“, so Gross. „Wir wollen uns im Verein nicht angreifbar machen“, betont er. Deshalb gibt es strikte Regeln, nach denen auf dem Rasenplatz geflogen werden darf. Das Gelände eignet sich laut Gross ideal, da es nur zwei Zugänge gibt. Diese werden an den Flugtagen mit Hinweisschildern gesichert. Es gibt zudem – immer wechselnd – einen „Leiter Flugbetrieb“, der weisungsbefugt ist und alle Vorgänge streng kontrolliert. „Wer sich nicht an die Regeln hält, wird an dem Tag vom Fliegen ausgeschlossen“, sagt Gross.
Die meisten Mitglieder sind sogenannte „FPV-Piloten“ – das FPV steht dabei für „First Person View“. Der Pilot setzt dafür eine Videobrille auf, mit der er das Signal der Frontkamera des Copters empfangen kann. So entsteht das Gefühl, als wenn man selber im Copter säße. Es fliegen maximal sechs Piloten gleichzeitig durch einen Parcours. Hinter jedem der Piloten, die sich hinter den Tornetzen postieren, um im Notfall nicht von einem Fluggerät getroffen zu werden, steht immer noch ein sogenannter „Spotter“, der mit bloßen Augen die Copter beobachtet und im Ernstfall eingreifen kann. Gross betont: „Bei diesen Racern handelt es sich definitiv um kein Kinderspielzeug“. Eine gewöhnliche Haftpflichtversicherung reicht für die Nutzung nicht aus.
Es ist keine günstige Leidenschaft, das ist jedem bewusst. Ein Copter kann leicht 1000 Euro kosten, dazu kommen Fernbedienung (200 Euro), Videobrille (500 Euro) und Akkus (bis zu 80 Euro pro Stück).
Der stellvertretende Spartenleiter und Mitbegründer der Abteilung im VfB besitzt derzeit vier verschiedene Copter, die sich in Größe und Leistung unterscheiden. „Wenn man damit einmal angefangen hat und am ersten Copter selber gebastelt hat, will man immer mehr“, sagt er. Eine Leidenschaft für Technik gehört bei Copterpiloten dazu, denn die Geräte müssen programmiert und gelegentlich repariert werden. „Wenn jemand löten kann, ist das auch von Vorteil“, fügt Gross hinzu.
Dafür gibt es aber auch die Mannschaftsabende, an denen Gleichgesinnte fachsimpeln können und sich gegenseitig Tipps geben. „Es ist eine große Gemeinschaft“, sagt Gross.
Für das Frühjahr plant der Verein einen Kursus, bei dem Interessierte einen Copter zusammenbauen und unter Anleitung programmieren können. Es soll auch wieder Veranstaltungen auf der Anlage geben, die bereits in diesem Sommer großen Anklang gefunden haben.

Die Modellbausparte beim VfB Wülfel

Die Modellbausparte im VfB Wülfel entstand im April 2016 durch eine Gruppe des Coptergeschwaders Hannover. Die Abteilung besteht aktuell aus 22 Mitgliedern zwischen 25 und 50 Jahren. Die Flugabende finden im Winter immer dienstags von 19.30 bis 21 Uhr in einer Halle statt. Ab April geht es wieder auf den Rasen des VfB, dann immer mittwochs ab 19 Uhr.
Die Mitgliedschaft kostet 10 Euro im Monat, die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 25 Euro. Wer sich für das Thema Copter interessiert, kann insgesamt an fünf Terminen als Gast teilnehmen, zahlt jeweils 5 Euro.
Weitere Informationen erteilt Angelo Gross unter Mobiltelefon (0172) 5 42 53 94 sowie per E-Mail an copter@vfb-wuelfel.de. bo

 

Viel Zubehör: Angelo Gross erklärt die Copter-Ausstattung. Foto: bo

Viel Zubehör: Angelo Gross erklärt die Copter-Ausstattung. Foto: bo

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