Gewichtheber wollen mehr Platz
Kraftvoll und konzentriert: Moritz Hauser vom VfK Hannover beim Stoßen von 110 Kilogramm. Foto: dik

Gewichtheber wollen mehr Platz

Der VfK Hannover sucht neue Räumlichkeiten aufgrund neuer Mitglieder

Hannover. Wenn es denn ein Zeichen benötigen würde, dass es mit dem Kraftsport in Hannover wieder bergauf gehen würde, dies wäre es: Der Verein für Körperkultur (VfK) Hannover von 1903 sucht für sein Training geeignete neue Räumlichkeiten, natürlich zu einer für einen Sportverein bezahlbaren Miete. „Wir wollen uns vergrößern“, sagt der Vorsitzende Thorsten Diekmann.
Ein Grund für den gewachsenen Raumbedarf ist, dass der Sportverein einen Zuwachs zu verzeichnen hat. Mittlerweile sind es 115 Mitglieder und dies ist eine erfreuliche Entwicklung so völlig entgegen dem allgemeinen Trend. Einer der Gründe dafür ist in der Verbreitung von CrossFit zu sehen, das in Studios angeboten wird. Diese Fitnesstrainingsmethode umfasst Gewichtheben, Sprinten, Eigengewichtsübungen sowie Turnen. Darüber finden viele den Weg zum VfK.
Bei dem Gedanken an Gewichtheber haben viele das Bild von Muskelpaketen, die vor lauter Kraft kaum noch laufen können, vor dem geistigen Auge. Nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein. „Das Gewichtheben ist ein Schnellkraftsport“, erläutert Thorsten Diekmann. Denken wir an den Physikunterricht in der Schule zurück, dann erinnert man sich vielleicht an den Satz, dass Leistung gleich Kraft mal Geschwindigkeit sei.
Gewichtheber und seit einiger Zeit auch zunehmend Gewichtheberinnen müssen durchtrainiert und fit sein, um überhaupt Gewichte in die Höhe zu bringen. Ein Superschwergewichtler wie Manfred Nerlinger, der bei olympischen Spielen zweimal Bronze und einmal Silber gewonnen hatte, schaffte mühelos einen Spagat, auch wenn er auf den ersten Blicknicht so aussehe.
Dass „das Gewichtheben aus seiner dunklen Ecke herausgekommen sei“, wie der VfK-Vorsitzende anmerkt, hat auch damit zu tun, dass mit Vorurteilen aufgeräumt werden konnte. Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass dieser Sport der Gesundheit förderlich ist. Er stärkt den Körper, dessen Koordination, die Schnellkraft und leitet zur Eigendisziplin an. Dazu beigetragen hat, dass das Drücken als Gesundheitsrisiko abgeschafft wurde.
„Neun bis elf Jahre ist das perfekte Einstiegsalter, um spielerisch an unseren Sport herangeführt zu werden“, sagt Thorsten Diekmann, der es als dreifacher deutscher Juniorenmeister wissen muss. Zunächst einmal wird bei Anfängern die athletische Grundausbildung betrieben, um sie dann langsam an das Hanteltraining heranzuführen. Alleine zum Erlernen der Technik für das Gewichtheben benötigt man bis zu anderthalb Jahren. „Gewichtheben ist eine komplexe Sportart“, schmunzelt der 38-Jährige.
Wer mit dieser olympischen Sportart eine erste Bekanntschaft schließen möchte: Am Sonnabend, 17. September, 12 Uhr, richtet der VfK die offenen Niedersächsischen Landesmeisterschaften im Gewichtheben 2016 in der unteren Sporthalle der Humboldtschule, Ricklinger Straße 95, aus. Athleten vom Jahrgang 2006 bis hin zu den Masters (Jahrgang 1981 und älter) treten an.
Wer das Gewichtheben einmal beim VfK angehen möchte, kann dies ohne Schwellenangst tun: „An den Wettkämpfen nehmen nur die teil, die darauf Bock haben“,  stellt Diekmann fest. Der Breitensport dominiert. Zudem werden Fitness und Powerlifting angeboten. dik

❱❱ Infos: www.vfk-hannover.de

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