Handball inklusiv
Die Spieler und Trainer der Handball-Inklusionsgruppe sind mit viel Spaß bei der Sache. Foto: Bode

Handball inklusiv

Beim TB Stöcken ​spielen seit einem
halben Jahr Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen

Ali läuft drei Schritte, prellt den Ball, läuft weiter, passt dann zu Niklas und der wirft aus acht Metern ins Tor. Es ist eine Szene, wie sie bei jedem Handballspiel diverse Male vorkommt. Doch in diesem Fall ist es etwas Besonderes. Denn in der Sporthalle der Grundschule Am Stöckener Bach spielen Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene mit geistigen Beeinträchtigungen zusammen Handball. Und das mit großer Freude.

Die Idee kam Alexandra Oetzmann und Tochter Johanna, als sie 2016 Handball bei den Special Olympics in Hannover anschauten. „Da war die Hölle los, es herrschte so eine tolle Stimmung“, schwärmt Alexandra Oetzmann noch immer. Daraufhin überlegten sie, ob es nicht möglich sei, so eine inklusive Gruppe beim TB Stöcken ins Leben zu rufen. Als erfreuliches Vorbild nahmen sie sich den TuS Sulingen, wo es bereits eine inklusive Gruppe gab. 

Los ging es schließlich am 16. Oktober. Gleich acht Interessierte kamen dabei zusammen. „Es sind nur nicht alle geblieben, das wechselt immer wieder. Mal sind es mehr, mal weniger“, sagt Alexandra Oetzmann, die die Gruppe gemeinsam mit Tochter, Sabine Klinger und Jakob Ziewer trainiert. „Beim Training gibt es keinen großen Unterschied zu anderen Mannschaften. Außer, dass hier alles etwas langsamer abläuft“, erklärt Johanna Oetzmann, die ihr FSJ beim Niedersächsischen Handballverband absolviert. Den Neuen, die teils keine Vorerfahrung mit Handball hatten, werden zunächst die Regeln beigebracht – beispielsweise, dass sie nicht in den Sechs-Meter-Raum laufen dürfen. Dann geht es weiter mit den Grundtechniken, dem Fangen und Werfen des Balles. 

Gespielt wird mit besonderen, weicheren Bällen, mit denen Verletzungen leichter zu vermeiden sind. „Das Zielen ist oft noch das Problem“, sagt Oetzmann mit einem Lachen.

Ohnehin wird in der Halle ständig gelacht. Auch missglückte Würfe oder Aktionen werden nicht krumm genommen, es geht immer weiter. „Das macht total viel Spaß, das Bewegen ist toll“, sagt der 19-jährige Niklas. Für Hassan (21) ist Handball eine neue Erfahrung. Bislang hatte er nur Fußball gespielt. „Die Atmosphäre hier ist spitze“, sagt er. 

Freundschaftsspiele sind für die Mannschaft, die in der Altersklasse ab 16 Jahren die einzige in Hannover ist, noch ein Problem. Ende März nahm die Truppe an einem Turnier in Bremen teil. Bei insgesamt sechs Teilnehmern landete der TB nach zwei Siegen und einem Remis auf Platz vier. „Am Anfang waren alle ziemlich aufgeregt und es lief etwas holprig“, so Johanna Oetzmann.

Das ist der TB Stöcken

Der TB Stöcken von 1896 bietet ein umfangreiches Sportangebot an. Dazu zählen unter anderem Badminton, Gesundheitssport, Wasserball, Wandern, Squash, Korbball, Judo, Leichtathletik, Tanzen, Turnen, Volleyball und auch Handball. Seit etwa einem halben Jahr besteht die Handball-Inklusionsgruppe für Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene. Diese trainiert immer donnerstags von 18.30 bis 20 Uhr in der Halle der Grundschule Am Stöckener Bach, Am Stöckener Bach 5. Weitere Informationen und Anmeldung für eine Trainingseinheit bei der FSJlerin Johanna Oetzmann unter Telefon (0511) 9899523 und per E-Mail an praktikant@hvn-online.com sowie im Internet unter: 

www.tb-stoecken.de

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