Hannovers Immobilien sind gefragt
Am Klagesmarkt baut die GBH etwa 100 barrierefreie Wohnungen.Foto: Thomas

Hannovers Immobilien sind gefragt

Ob Wohnungen, Geschäftsräume oder Büros – Immobilien in Hannover sind begehrt. In allen Bereichen ist die Nachfrage zuletzt weiter angestiegen. Das geht aus dem aktuellen Immobilienmarktbericht für die Region Hannover hervor. Grund dafür sind laut Bericht die positive Entwicklung der regionalen Wirtschaft, niedrige Zinsen für Kredite und die wachsende Einwohnerzahl.

Damit liegt Hannover im Trend. „Wir haben seit zehn Jahren eine gute Entwicklung des Immobilienmarktes in Deutschland. Das macht sich auch in Hannover bemerkbar“, erkärt Andreas Schulten von dem Institut Bulwiengesa. Zusammen mit seinen Kollegen hat er den Bericht erstellt.

Preise für Immobilien steigen

Die andere Seite der Medaille: Die wachsende Nachfrage nach Immobilien wirkt sich auf die Kauf- und Mietpreisen aus. Wer ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung sucht, bekommt das zu spüren. 2015 sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr erneut kräftig gestiegen. Ein Einfamilienhaus kostete im Mittel 335 000 Euro, etwa fünf Prozent mehr als 2014. Im Vorjahr war die Preissteigerung mit acht Prozent noch stärker. Auch Eigentumswohnungen sind in Hannover im niedersächsischen Vergleich besonders teuer.

Grund für die steigenden Preise seien vor allem die niedrigen Zinsen, heißt es in dem Bericht. Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, erhält günstige Kredite. Deshalb übersteigt die Nachfrage nach Wohneigentum deutlich das Angebot.

Hannover wächst

Ein weiterer Faktor für steigende Immobilienpreise: In Hannover leben immer mehr Menschen. Seit dem Jahr 2010 ist die Bevölkerung um 25500 Einwohner, also um fünf Prozent, gewachsen. Im gleichen Zeitraum wurden nur etwa 4000 Wohnungen gebaut. Die Folge: Vor allem kleine und günstige Wohnungen sind immer schwerer zu finden. Im aktuellen Bericht zeigt sich auch, dass die Wohnungsbauoffensiven von Stadt und Region zu greifen scheinen. Im vergangenen Jahr wurden 1116 Wohnungen fertiggestellt. Zum ersten Mal seit der Jahrtausendwende war die Zahl damit wieder vierstellig.

Mit sinkenden Mieten ist in den kommenden Jahren wohl trotzdem nicht zu rechnen. „Dafür ist der Anteil der Neubauten am Wohnungsmarkt zu gering“, erklärt Schulten. Der Wirtschaftsdezernent der Region Ulf-Birger Franz ergänzt: „Damit die Mieten sinken, müssten wir deutlich schneller neuen Wohnraum schaffen, als die Nachfrage steigt.“ Das sei angesichts des Bevölkerungswachstums unwahrscheinlich.

Dabei spielt auch die Anziehungskraft der Landeshauptstadt eine Rolle. „Ein ganz ausgeglichenes Verhältnis werden wir vorerst nicht hinbekommen: Wenn es mehr Wohnungen gibt, kommen auch mehr Menschen nach Hannover“, vermutet Rainer Beckmann von Haus und Grund. Die bisherigen Anstrengungen für den Wohnungsbau reichen ihm aber nicht aus: „Investoren suchen händeringend nach Flächen. Die Stadt kann die Nachfrage nicht befriedigen. Faktisch ist noch viel zu wenig passiert.“

Büroflächen sind begehrt

Steigende Mieten gibt es laut dem Bericht nicht nur für den Wohnungsmarkt, sondern auch für Büroflächen. Die Spitzenmiete lag 2015 bei 14,80 Euro je Quadratmeter, gegenüber 14,20 Euro im Jahr zuvor. Eine Fläche von 125 000 Quadratmetern wurde neu vermietet, sieben Prozent mehr als 2014. Im Vergleich zu 2013 war das sogar ein Anstieg um fast 20 Prozent. Der Bedarf an Büros ist groß. Kein Wunder: 175000 Menschen haben aktuell ihren Arbeitsplatz in einem Büro, immerhin elf Prozent mehr als noch 2010.

Zum Schluss haben die Analysten von Bulwiengesa noch eine gute Nachricht für Investoren: Hinter dem Anstieg von Kauf- und Mietpreisen stecke keine Überbewertung der Immobilien. „Hannover ist definitiv kein Blasenmarkt“, versichtert Schulten.

Den vollständigen Immobilienmarktbericht für die Region Hannover finden Sie auf der Internetseite der Wirtschaftsförderung.

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