„Ich bin meiner Mutter sehr dankbar“
Rasant: Jasmin Janosch auf der Piste. Fotos: privat

„Ich bin meiner Mutter sehr dankbar“

Ein Leben auf zwei Brettern: Ski-Ass Jasmin Janosch erzählt über ihre große Leidenschaft

Gute Skirennläufer erwartet man eher in Bayern. Doch Jasmin Janosch ist ein norddeutsches Talent, das in der Jugend viele Erfolge feiern konnte und in dieser Saison zum Auftakt zwei Rennen um den Deutschlandpokal Mitte November gewonnen hat. Dabei ließ sie namhafte Läufer hinter sich. Im Interview spricht sie über die Schwierigkeiten des Trainings und die Vorliebe für den Riesenslalom.

Frau Janosch, man erwartet in Norddeutschland nicht unbedingt ein Ski-As. Wie kommt es, dass Sie als Hannoveranerin den Süddeutschen Paroli bieten können?
Ich liebe das Skifahren einfach, ich mag den Schnee. Ich fahre, seitdem ich vier Jahre alt bin. Damals sind wir als Familie in den Skiurlaub nach St. Anton gefahren und es hat mich von Anfang an begeistert. Ich wollte das intensiver betreiben.

Die Möglichkeiten sind in dieser Region allerdings begrenzt …
Das stimmt (lacht). Meine Mutter hat mich im Skiclub St. Andreasberg angemeldet, damit ich an Skirennen teilnehmen konnte.Im Alter von 10 Jahren bin ich bei den Zwergencup Rennen im Harz gestartet. Danach kamen die Schülerpunkterennen mit dem NSV Kader. Seitdem finden die Rennen überwiegend in den Alpen statt.

Zum Training müssen Sie aktuell noch deutlich größere Strapazen auf sich nehmen, als in den Harz zu fahren. Dieses findet im Alpincenter in Wittenburg statt – zwischen Hamburg und Schwerin gelegen.
Alle zwei Wochen hat mich meine Mutter zwischen Mai und November dorthin gefahren, damit ich sonnabends und sonntags insgesamt vier Trainingseinheiten in einem Team von insgesamt sechs Nachwuchsläufern absolvieren kann. Das ist natürlich ein enormer Aufwand und ich bin meiner Mutter sehr dankbar, dass sie das auf sich nimmt.

Dort sind Sie ja auch schon auf Idole getroffen …
Das ist richtig. Felix Neureuther hat dort auch schon trainiert, auch der Brite Dave Ryding. Es ist toll, denen beim Training zuzuschauen. Da kann man für sich sehr viel von lernen. Es ist natürlich viel besser, wenn man die mal in natura vor sich sieht, als die Rennen nur am Fernsehen zu verfolgen. Da verinnerlicht man die Dinge viel besser.

Wie sieht es aktuell mit dem Training aus?
Das findet erst wieder in den Weihnachtsferien statt. Leider sind im Winter regelmäßige Trainingszeiten aufgrund von Praktika und später Studium nicht möglich. Außerdem kommen am Wochenende die Rennen dazu. So bleibt nicht viel Zeit, um ins Zillertal zu fahren.

Bereuen Sie, dass Sie in Hannover leben?
Na, in Bezug auf das Skifahren schon ein wenig (lacht). Denn die Skifahrer in Bayern und Baden-Württemberg haben natürlich einen enormen Vorteil. Die haben die Berge vor der Haustür.

Haben Sie schon über einen Umzug nachgedacht?
Ja, schon. Aber aktuell kommt das für mich nicht infrage, weil ich erst noch in Hannover studieren werde.

Warum haben Sie sich auf die Disziplinen Slalom und Riesenslalom spezialisiert?
Bei den Schülern gibt es nur diese Disziplinen. Wichtig ist zunächst die Technik. Nach den Schülerpunkterennen kann auch im Super G gestartet werden. Ich mag beide Disziplinen sehr gerne. Beim Riesenslalom ist es die Geschwindigkeit, die mich begeistert. Die Steilstücke liegen mir deutlich mehr als die flachen Passagen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen den Rennen in der Halle und unter freiem Himmel?
In der Halle trainiere ich auf eisigem Kunstschnee. Die Bedingungen sind gleichbleibend. Draußen muss man sich auf die Wetterlage und die Schneeverhältnisse einstellen. Das fällt manchmal nicht so leicht.

Wie geht es denn mit Ihnen sportlich weiter?
Ich werde diesen Winter nutzen, um genügend Rennen zu fahren hinsichtlich der Deutschlandpokalgesamtwertung am Ende der Saison. Durch das gute Training und die guten Leistungen in der Skihalle bin ich motiviert und freue mich auf die Rennsaison. Ich möchte auch draußen meine gute Form bestätigen.

Interview: Mark Bode

Jasmin Janosch
mit einem ihrer Idole,
dem Briten
Dave Ryding.

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