Ich habe einen Traum vom Unbekannten
Probenfoto „Nacht des Orakels“

Ich habe einen Traum vom Unbekannten

Theaterleiter Wolfgang A. Piontek erkundet für das neue Projekt in der „Eisfabrik“ die Doppelbödigkeit der Welt

Ich bin in einem alten Haus, einer Villa, riesengroß, leer. Keine Ahnung, wie ich hierher geraten bin, niemand da. Meine Schritte hallen von den nackten Wänden wieder. Es gibt eine Treppe, die nach oben führt, und es gibt eine Falltür, die ich schließlich öffne. Eine Leiter führt tief in den Keller hinab, ich steige hinunter. Der Keller ist voller Regale mit Aktenordnern und Schubern. Einige Titel auf den Ordner-Rücken kann ich auch von weitem lesen: „Traumatorium“, „Ali – The Greatest“, „Lost in Twin Peaks“. So

Wolfgang A. Piontek ist Regisseur und künstlerischer Leiter von „Commedia Futura“, dem Theater in der „Eisfabrik“ an der Seilerstraße in der Südstadt. Geboren wurde er in Lübeck. In Hannover und Braunschweig hat Wolfgang A. Piontek Freie Kunst studiert, daneben absolvierte er eine tänzerisch-schauspielerische Ausbildung. 1982 gründete  er die „Commedia Futura“ und zog mit der Theatergruppe 1987 in die „Eisfabrik“ ein. Seither ist Wolfgang A.  Piontek auch als Veranstalter für Tanz, Theater und Performances tätig. Das ausführliche Programm mit Veranstaltungen in der „Eisfabrik“ ist im Internet unter www.commedia-futura.de zu finden Fotos: P. Piontek

Wolfgang A. Piontek ist Regisseur und künstlerischer Leiter von „Commedia Futura“, dem Theater in der „Eisfabrik“ an der Seilerstraße in der Südstadt. Geboren wurde er in Lübeck. In Hannover und Braunschweig hat Wolfgang A. Piontek Freie Kunst studiert, daneben absolvierte er eine tänzerisch-schauspielerische Ausbildung. 1982 gründete er die „Commedia Futura“ und zog mit der Theatergruppe 1987 in die „Eisfabrik“ ein. Seither ist Wolfgang A.
Piontek auch als Veranstalter für Tanz, Theater und Performances tätig. Das ausführliche Programm mit Veranstaltungen in der „Eisfabrik“ ist im Internet unter www.commedia-futura.de zu finden
Fotos: P. Piontek

hießen einige der Theaterstücke, die ich in drei Jahrzehnten erdacht und in Szene gesetzt hatte. Mitten dazwischen der eigenartige Gedichtband meines Cousins, „Aus dem Fliegenglas“. Was für ein Titel. Die Szenerie erinnert mich an mein Büro in der „Eisfabrik“, nur dass das nicht im Keller liegt. Und auch die Tür in der Ecke ganz hinten gibt es dort nicht. Ich öffne sie – und stehe in einem perfekt eingerichteten Schlafzimmer, mit weichen Teppichen, gedämpfter Beleuchtung, bequemen Sesseln und einen gigantischen Bett. Ich merke plötzlich, wie müde ich bin, und lasse mich in die Kissen fallen. In dem Moment kracht die Tür ins Schloß, das Licht erlischt. Ich weiß sofort, dass ich gefangen bin.
Träume von Stiegen und Kellern sind ja an sich nichts Ungewöhnliches. Aber wie überrascht war ich, als ich von einem ganz ähnlichen in einem Roman von Paul Auster las. Der Protagonist ist wie der Autor Schriftsteller. Und er erzählt unter anderen von einem Menschen, der aus seinem bisherigen Leben ausbricht – um in einer fremden Welt statt in einem unterirdischen Bunker zu enden, dessen Tür er nicht mehr öffnen kann. Aber ich will Türen öffnen, Türen ins Unbekannte, Ungewisse, Überraschende. Und so machte ich Austers „Nacht des Orakels“ zur Grundlage eines neuen Theaterprojekts. Seit ein paar Wochen erkunden wir das Unbekannte schon, lassen uns von allerlei Orakeln leiten und stellen fest, wie doppelbödig alles ist, wie unsicher der Grund, auf dem wir uns bewegen. Aber spannend, die Bilder, die uns begegnen. Ich hoffe, wir können einiges davon auch für das Publikum erfahrbar machen. Premiere ist am 17. September in der „Eisfabrik“..

 

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