Ich habe einen Traum von Kolumbien
Pia Lindner geht nach Kolumbien. Das ,Freiwillige Soziale Jahr‘ wird durch den Bund gefördert. Dennoch soll jeder Freiwillige einen Eigenanteil von 2500 Euro aufbringen. Am besten durch Spenden, um möglichst viele Menschen über die Entsendeorganisation und das Programm zu informieren. Über Unterstützung würde Pia sich sehr freuen. Spenden können über die Internetseite www.schulefuersleben.de gemacht werden. Lindner sagt dafür „Vielen Dank“!

Ich habe einen Traum von Kolumbien

Abitur und was dann? – Die 18-jährige Pia Lindner absolviert demnächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kolumbien

Mein Name ist Pia Lindner, ich bin 18 Jahre alt und habe im Sommer mein Abitur gemacht. Da stellte sich die Frage, „was kommt danach?“. Ich wollte nicht sofort anfangen zu studieren, sondern etwas ganz anderes machen. Dabei etwas Sinnvolles tun und anderen Menschen helfen. In eine neue Kultur eintauchen, Menschen kennenlernen, eine andere Sprache sprechen und das bequeme europäische Leben hinter mir lassen. Ein Perspektivwechsel, um die Welt besser zu verstehen.
Für Menschen wie mich bietet ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ irgendwo in der Welt genau das Richtige. Die Bundesregierung bietet hierfür das Programm weltwärts an, das vom „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (BMZ) gefördert wird.
Vergangenen Herbst wurde mein Traum dann konkreter. Stundenlang las ich auf der weltwärts-Seite Beschreibungen von Entsendeorganisationen und konnte mich kaum entschieden. Die Wahl fiel letztendlich auf die Organisation „Schule fürs Leben e.V.“ die mittellose Kinder und Jugendliche in Cali, der drittgrößten Stadt in Kolumbien, unterstützt. Ihr Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit besteht nicht einfach daraus Geld nach Kolumbien zu schicken, sondern ist deutlich nachhaltiger. „Fischen lehren statt Fische schenken“ ist die Devise, also Hilfe zur Selbsthilfe. Die Projekte, die von „Schule fürs Leben e.V.“ unterstützt werden, sind von den Kolumbianern initiiert, da sie selbst am besten wissen, wo Hilfe wirklich gebraucht wird. Nach zehn Jahren sollen diese Projekte sich dann selbst tragen. Das größte Projekt der Organisation, die es seit 2003 gibt, ist das „Colegio de las Aguas“, eine Schule in Montebello, einem großen Armenviertel in Cali. Hier erhalten mittellose Kinder und Jugendliche eine Schulbildung und eine Zukunftsperspektive. Die Kinder werden von der Straße geholt und bekommen etwas zu essen. Für ältere Jugendliche gibt es die Talleres, Ausbildungsplätze, in denen sie auf das Arbeitsleben vorbereitet werden. So wird den Kindern und Jugendlichen eine Alternative zu Gewalt und Drogen geboten, die dort sehr präsent sind.
Nach der Bewerbung und dem Auswahlseminar bin nun auch ich Teil dieser wunderbaren Organisation. So fügt sich ein weiterer Schritt in meinen Lebensplan ein, zwischen „Abitur“ und „Studium“ steht nun in Großbuchstaben „KOLUMBIEN“. Ein Jahr lang werde ich also in Yumbo, einer Kleinstadt in der Nähe von Cali in einer Gastfamilie wohnen und im „Colegio Títan“ arbeiten. Meine Arbeit umfasst die Unterstützung der Lehrer vor allem im Englischunterricht und die Nachmittagsgestaltung für die Schüler durch Sport, Musik, AGs oder vielleicht auch einen Deutschkurs.
Je näher mein Abflugdatum Ende September rückt, umso mehr wächst die Vorfreude. Aber auch die Wehmut! Meine Freude, die irgendwo in Deutschland ein Studium anfangen, sprechen davon, dass sie sich spätestens an Weihnachten wiedersehen wollen. Ich weiß, dass ich Weihnachten mit Menschen feiern werde, die ich heute noch nicht einmal kenne, weit ab von meinen Liebsten. Diese Gedanken bedrücken mich manchmal, aber dann freue ich mich wieder auf die Herausforderung. Zum einen empfinde ich das Jahr als eine unglaublich lange Zeit, und dann ist es doch nur ein Bruchteil meines Lebens. Ich stelle mir vor, wie schön das Wiedersehen in einem Jahr sein wird. Und ich freue mich darauf, allen von meinen Erlebnissen und Erfahrungen zu erzählen. Es ist ein tolles Gefühl, wenn die Vorfreude, die Überzeugung und die Motivation die Zweifel überwiegen. Die Unterstützung, die ich von allen Seiten bekomme, hilft mir sehr. Meine Eltern war anfangs zwar nicht sonderlich begeistert über meine Pläne hinsichtlich Kolumbien, vor allem nicht, nachdem „Google“ Cali als viertgefährlichste Stadt der Welt präsentierte. Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren aber deutlich verbessert und die aktuellen Friedensverhandlungen stimmen optimistisch, sodass meine Eltern mich nun deutlich erleichterter gehen lassen.
Bei Kolumbien denken auch viele andere erstmal nur an die Drogen, den Bürgerkrieg und die Guerillatruppen. Aber es gibt doch so viel mehr! Ich will das Land und die Menschen mit neugierigen Augen und offenem Herzen kennen lernen. Während meines Jahres werde ich alle Interessierten durch Rundmails auf dem Laufenden halten. Möchten auch Sie informiert werden oder haben Sie Fragen? Dann schreiben Sie mir doch eine Mail an pia-kolumbien@web.de.

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