„Ich kann es schaffen“
Fühlen sich bei „IcanDo“ wohl: Die Kinder toben ausgelassen auf gestapelten Turnmatten. Foto: bo

„Ich kann es schaffen“

Der Verein „IcanDo“ beschäftigt sich in Projekten mit Gewaltprävention, Teambuilding oder Konflikttraining

Hannover. Der Name des Vereins ist gleichzeitig der Leitspruch: „IcanDo“ – zu Deutsch: „Ich kann es schaffen“. An diesem sollen sich die Kinder und Jugendlichen orientieren, sollen Selbstbewusstsein gewinnen und realisieren, dass sie selber im Leben auch etwas erreichen können. Dinge, die für viele nicht selbstverständlich sind. IcanDo ist kein gewöhnlicher Verein. „Es ist schon ein besonderes Pflänzlein“, sagt der diplomierte Sozialpädagoge und Wissenschaftler Olaf Zajonc, der dem Verein bei der Planung und Realisierung von Projekten zur Seite steht. IcanDo bietet Sport nicht wie andere Vereine oder im Sinne einer Vereinsmannschaft an. „Wir arbeiten sehr projektbezogen, kooperieren häufig mit Schulen und orientieren uns vor allem an den Wünschen von Kindern und Jugendlichen“, so Zajonc. Das heißt: Bei Bedarf werden neben dem eigenen Trainer-Team auch Honorarkräfte engagiert, die bei größeren Projekten mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention, Teambuilding oder Konflikttraining unterstützen.
Zajonc weiß, dass die Planung und das Konzept eine wichtige Rolle bei der Arbeit spielen, wenn man Sport als sozialförderliches Mittel gezielt einsetzen möchte. „Es reicht nicht, einfach den Ball in die Mitte zu werfen und die Kinder spielen zu lassen.“ Schließlich gehe es darum, den Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass sie eigene Fähigkeiten haben und dass sie ihre Ideen in die Projekte selber mit einbringen können. „Die Jungs und Mädchen erleben sich dann als Teil der Gemeinschaft, sie fühlen sich anerkannt. Wir bekommen so oft eine große Dankbarkeit zurück“, so der Organisator.
Viele der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen kommen aus finanziell schwach gestellten, bildungsarmen und problembelasteten Milieus. Die Aufgabe des Vereins: Sport und Soziale Arbeit zu kombinieren. „Wir bieten Hilfen zur Integration, zum sozialen Lernen und zur Bewältigung von Problemen“, so Zajonc.
Das jüngste große Projekt des Vereins: Die hannoversche ‘Interkulturelle Fußball-Streetliga‘. Vor einem Jahr startete diese mit zwölf Mannschaften. Im zweiten Jahr haben sich 31 Teams mit insgesamt über 300 Jugendlichen aus dem gesamten Stadtgebiet angemeldet, die gegeneinander antreten. Das Team vom IcanDo-Verein hilft den Jugendlichen dabei ihre eigene Streetliga zur organisieren und aufzubauen. „Bevor wir das Projekt gestartet hatten, gab es Warnungen, dass durch Leistungsdruck Gewalt entsteht“, erinnert sich Zajonc. Doch davon war bislang kaum etwas zu sehen. Selbst in Endspielen gab es zwar enge Zweikämpfe, aber es blieb dauerhaft friedlich und Fairplay wurde von allen in den Mittelpunkt gerückt. Auf mehreren Bolzplätzen der Stadt wird seit einigen Wochen nun wieder – ohne Schiedsrichter – gekickt. Und alle Teams haben im Liga-Parlament Mitspracherecht bei Entscheidungen, gemeinsam werden bei Problemen Lösungen erarbeitet. Ganz im Sinne des Vereins erleben die Jugendlichen, dass sie etwas gestalten und erreichen können: eben IcanDo. bo

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