„Ich gehe lieber mit einer Freundin shoppen“
Sehr sympathisch, sehr lustig: Sophie Kinsella beim Gespräch auf dem roten Sofa. Fotos: Niehaus

„Ich gehe lieber mit einer Freundin shoppen“

Bestsellerautorin Sophie Kinsella ist ihrer Romanheldin Becky Bloomwood gar nicht so unähnlich – zumindest den Hang zum Einkaufen teilen sie

Von Heike Schmidt
rotes-sofaHannover. Sie ist nicht nur sehr sympathisch, sieht gut aus und ist höflich – sie hat auch einen großartigen Humor: Sophie Kinsella ist Bestsellerautorin, aber dabei erfrischend normal geblieben. Und: Sie selbst liebt Shopping, genauso wie die Heldin ihrer Romane Becky Bloomwood. Man sieht Sophie Kinsella geradezu nachdenken. Soll sie nun höflich oder ehrlich sein? Dabei war die erste Frage doch eigentlich ganz einfach: Haben wir uns eigentlich schon einmal gesehen? Sie entscheidet sich für die höfliche Variante: „Ja… vielleicht…“ „Nö, haben wir nicht. Aber ich, ich bin wie Becky Bloomwood.“ Das Lächeln in ihrem Gesicht wird immer breiter: „Echt? Fantastisch!“

Ich liebe Shoppen!
Sophie Kinsella: Ich auch!

Waren Sie heute schon einkaufen?
Leider nein. Wir haben ja wenig Zeit auf so einer Reise. (Anm. der Red.: Sophie Kinsella ist auf Lesetour, um ihr neues Buch „Shopaholic & Family“ vorzustellen. Berlin, Hamburg, Hannover, dann zurück nach London.) Können Sie irgendetwas in Hannover empfehlen?

Da muss ich passen. Ich habe mir gerade ein Shopping-Verbot auferlegt. Eigentlich wie Becky in Ihrem Buch.
Warum denn das?

Weil ich im Frühjahr in den USA war und dort wohl halb Phoenix aufgekauft habe. Und wir waren in Tuscon – wie ihre Hauptfigur. Waren Sie wirklich da?
Natürlich! Ich war zu Recherchezwecken dort. Das ist ja das Angenehme: Ich kann meine Familie mitnehmen.

03a_KinsellaUnd haben Sie da wirklich gesehen, wie Kinder auf Schafen geritten sind?
Naja, nicht wirklich. Das habe ich mir auf Youtube angeguckt. Wir haben Tränen gelacht. Das sieht so lustig aus! Aber die nehmen die Wettbewerbe im Schafereiten dort so ernst. Aber haben Sie die Kinder gesehen? In ihren kleinen Cowboy-Outfits? Das ist so unglaublich! So süß…

Ich war kurz davor, so etwas für meine Tochter zu kaufen. Ich kaufe sowieso inzwischen viel für sie.
Ich auch! Und dann denke ich immer: Ach, das kann sie nächstes Jahr anziehen…! Inzwischen suche ich schon die Gelegenheiten, wann sie was anziehen könnte.

Das kenne ich! Inzwischen sagt meine Tochter schon zu mir: „Mami, ich habe jetzt genug.“
Wirklich? Wie vorausschauend! Meine macht das nicht. Naja, sie ist vier. Sie liebt Pink, Glitzer, all das Märchen- und Feenhafte.

Was war denn das letzte Teil, das Sie für sich geshoppt haben?
Das war in Berlin. Kennen Sie die Galeries Lafayette?

Ja, natürlich!
Das ist so ein wundervoller Ort! Also, ich war eigentlich zu einem Filmdreh dort. Und kennen Sie das? In der Parfümabteilung hat es so gut gerochen… Da brauchte ich einfach dieses Parfüm…

Brauchen?
Naja, was brauchen wir schon? Ich finde „brauchen“ ist ein sehr elastisches Wort.

Nehmen Sie eigentlich Ihren Mann mit zum Shoppen?
Nein. Zum Shoppen geht es immer ohne meinen Mann. Ich meine, es gibt da diese wunderbaren Läden, die extra einen Bereich für Männer haben, in denen sie sich hinsetzen, ein Bier trinken und Fußball gucken können. Das ist wirklich vorteilhaft. Aber, um ehrlich zu sein, ich habe da keine Ruhe zum Shoppen. Nein, das mache ich lieber allein oder mit einer Freundin.

Sophie Kinsella mit ihrem neuen Buch "Shopaholic and Family". Foto: Niehaus

Sophie Kinsella mit ihrem neuen Buch „Shopaholic and Family“. Foto: Niehaus (2)

Obwohl das ja auch problematisch sein kann..
Oh ja! Es gibt ja auch zweierlei Shopping: Einmal das, bei dem man wirklich etwas braucht, einmal das, was – sagen wir – ein Event mit einer Freundin ist. Da geht es ja meist auch gar nicht darum, etwas zu kaufen, sondern eher darum, Spaß zu haben. Da probiert man alles Mögliche an und hat eine Menge Spaß.

Und was ist, wenn Ihr Mann etwas braucht?
Dann ist das manchmal auch anstrengend. Ich meine, ich lege ihm etwas hin. Er sieht es und sagt: „Toll! Das nehmen wir!“ Und ich sage dann: „Nein, du musst noch mehr probieren!“ Man kann doch nicht gleich beim ersten Teil zufrieden sein.

Wie werden Sie eigentlich innerhalb Ihrer Familie genannt? Madeleine und Mami?
Ja, sicher.

Und mit wem spreche ich jetzt? Mit Madeleine Wickham, wie Sie eigentlich heißen, oder mit Sophie Kinsella?
Also, wenn ich professionell unterwegs bin, dann bin ich Sophie. Das ist übrigens mein mittlerer Name. Und Kinsella war der Nachname meiner Mutter. Von daher: Der Name ist kein ausgedachter. Er hat durchaus etwas mit meiner Familie zu tun.

Warum der Künstlername?
Als ich mit der Shopaholic-Serie angefangen habe, die sich von meinen vorigen Büchern schon sehr unterscheidet, dachte ich, ich bräuchte einen neuen Namen. Ich wollte meine bisherigen Leser nicht verwirren.

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