Jan Pubantz setzt alle Schach matt
Nachdenkliche Runde: Johannes (von links), Geoffrey und Jan beim gemeinsamen Analysieren. Foto: Serreck.

Jan Pubantz setzt alle Schach matt

Jugendmeisterschaft: Auch Geoffrey Meric (SK Ricklingen) und Johannes von Mettenheim (Schachzentrum Bemerode) waren in Willingen dabei

Wächst beim SK Ricklingen ein neuer Magnus Carlsen heran? Jan Pubantz ist zwar noch nicht so stark wie der beste Schachspieler der Welt, holte sich aber bei der deutschen Jugendmeisterschaft in Willingen mit 8,5 Punkten aus elf Runden den Titel in der U 12. „Fühlt sich fantastisch an“, kommentierte Jan cool seinen Triumph. Danach brach die Freude heraus. „Er hat mich sogar angerufen, das macht er sonst nicht“, berichtete Mutter Claudia, die daheim mitfieberte.
Nach einem enttäuschenden Platz 21 im Vorjahr („Das war schlecht“) verlor der Ricklinger diesmal keine Partie. In der Schlussrunde kam es zum „Endspiel“ gegen den favorisierten Alexander Krastev (Hessen), wobei Jan gewinnen musste. Als er nach gutem Beginn verpasste, die gegnerische Dame zu fangen – hätte den sofortigen Sieg bedeutet – dürfte der Puls bei der Mama in die Höhe gegangen sein. „Ich habe während der Partie zum Glück nicht gemerkt, welche Chance ich verpasst habe“, sagte Jan, der trotzdem souverän gewann. „Er ist sehr stark beim Berechnen von Varianten“, sagt Trainer Thorben Schulze.
Elf Runden in sieben Tagen forderten den Spielern auch körperlich einiges ab. „Während der Partie trinke ich mindestens einen Liter Wasser“, erklärt der zweite Ricklinger Geoffrey Meric. Für ihn lief es in der U 14 nicht wie erhofft. Durch den Beruf des Vaters ist der 13-Jährige ein Weltenbummler, hat Schach in den USA gelernt und viermal die französische Meisterschaft gespielt: „Aber das Niveau in Deutschland ist höher.“ Das musste Geoffrey in Willingen bitter erfahren. Als Nummer 29 der Setzliste hatte er mit den Top 10 geliebäugelt, fand sich aber vor den letzten beiden Runden auf Platz 39 wieder. Ein Sieg und ein Remis sorgten zumindest für einen guten Abschluss.
In der U 10 ging Johannes von Mettenheim (Schachzentrum Bemerode) ans Brett. „Für das erste Mal hat er es gut gemacht“, fand Trainer Michael May. Sein Schützling landete als Nummer 20 im Turnier mit sieben Punkten auf Rang zehn. Es war sogar mehr drin. Ein ärgerlicher Fehler unterlief Johannes gegen den Topgesetzten Matteo Metzdorf (SG Trier), als er das fast sichere Remis und so den möglichen sechsten Platz aus der Hand gab. Der 9-Jährige kann es im nächsten Jahr besser machen. Den Ehrgeiz hat er: „Ich will später bei der Europameisterschaft dabei sein“, sagt Johannes.

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