Keine Angst vor blauen Flecken
Machen sich stark für Rugby beim SC Germania List: Simeon Klaus (von links), Irina Buschbeck, Robert Nelson und Duaine Lindsay. Foto: Bode

Keine Angst vor blauen Flecken

Rugby: Beim SC Germania List stehen Frauen und Männer im Rampenlicht

Von Mark Bode
Hannover. Auf dem Spielfeld schenken sich die Kontrahenten während der 80 Minuten nichts. Doch nach dem Schlusspfiff ist alle Rivalität vergessen, Spieler und Funktionäre tauschen sich freundschaftlich unter einander aus, gönnen sich gelegentlich sogar gemeinsam ein kühles Getränk. „Rugby ist eine große Gemeinschaft“, sagt Simeon Klaus, Spartenleiter beim SC Germania List. Der Klub aus der List stellt mit einem Erstliga- und einem Regionalligateam bei den Herren die höchstspielende Mannschaft in der Stadt. Die Damen sind ebenfalls in der ersten Bundesliga im Einsatz. Von der U 8 bis zur U 18 hat Germania ebenfalls durchgehend Nachwuchsteams gemeldet.
Rugby erfreut sich einer wachsenden Beliebtheit. „Die Fernsehübertragungen der Weltmeisterschaft im letzten Herbst haben sich positiv ausgewirkt“, so Klaus. Immer wieder gibt es Nachfragen von Interessierten. „Bei uns kann jeder spielen“, betont der Spartenleiter. Sogar ein 40-jähriger Neuling wurde kürzlich im Kreis der zweiten Herren herzlich aufgenommen.
Der Fair-Play-Gedanke wird beim Rugby generell großgeschrieben. Das bezieht sich nicht nur auf einen guten Umgang mit dem Gegner, sondern auch teamintern. Gleich elf Nationen – darunter Türken, Kolumbianer, Polen, Franzosen, Spanier, Neuseeländer und Briten – jagen für den SC dem eiförmigen Ball hinterher. „Jeder ist bei uns sofort integriert. Da gibt es keine Probleme, es geht alles sehr familiär zu“, sagt Teammanager Robert Nelson. Und genau mit diesem außergewöhnlichen Flair wollen die Verantwortlichen Spieler für sich begeistern. Denn mit Geld können sie nicht locken. „Bei uns bekommt niemand etwas“, so Nelson. Und trotzdem – oder gerade deshalb – geben die Aktiven in den bis zu fünf Trainingseinheiten in der Woche inklusive Fitness ihr Bestes. Aus ihnen herauskitzeln soll das der irische Trainer Duaine Lindsay, der seit Saisonbeginn hauptamtlich beschäftigt ist. „Wir haben Spieler mit Nationalmannschaftsniveau. Da ist es wichtig, dass sie im Verein entsprechend gefordert und gefördert werden“, sagt Klaus.
Neben den Herren sind aber auch die Frauen des SC ein Aushängeschild. „Was Männer können, können Frauen genauso gut“, sagt Irina Buschbeck, die für die Damenabteilung verantwortlich ist. „Man darf nur keine Angst vor ein paar blauen Flecken haben“, sagt sie mit einem Lachen. Dass Rugby bei einigen immer noch als brutal verschrien ist, ärgert sie: „Es ist körperbetont, aber streng reglementiert.“ Außerdem schätzt sie, dass beim Rugby verschiedene Spielertypen zum Einsatz kommen können: „Es sind große, kleine, kräftige und schlanke gleichermaßen gefordert. Das gibt es in anderen Sportarten nicht“, so Buschbeck.

Das ist der SC Germania List

Im Jahr 1900 wurde der Verein gegründet. Eine eigene Anlage gab es damals noch nicht, gespielt wurde auf Wiesen auf der Bult. Nach dem ersten Weltkrieg folgte die Neugründung im Jahr 1919. Der Verein bietet heute die Sparten Tennis, Handball, Fitness und Rugby an. Insgesamt hat Germania – beheimatet an der Schneckenburger Straße 22 G – rund 700 Mitglieder, im Rugby sind es etwas mehr als 300. 60 von ihnen spielen im Herrenbereich, rund 30 bei den Damen, der Rest in der Jugend. Neue Quereinsteiger ohne jegliche Rugbyerfahrung sind beim SC genauso willkommen wie bereits erfahrene Spieler. Die zweite Rugbymannschaft trainiert jeden Mittwoch von 19 bis etwa 20.30 Uhr. Der Mitgliedsbeitrag liegt für Erwachsene bei 21 Euro im Monat, Schüler und Studenten zahlen 12 Euro, Kinder und Jugendliche 11 Euro. Wer sich für Rugby interessiert, kann sich an Spartenleiter Simeon Klaus unter 0179/5432010 oder per E-Mail an simeonklaus@web.de. Nähere Informationen zu allen Mannschaften gibt es zudem im Internet:
❱❱ www.germania-list.de

bo

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