Lebenslänglich mit dem ovalen Ei
Schon die Jüngsten haben viel Spaß beim Rugby. Foto: dik

Lebenslänglich mit dem ovalen Ei

Rugby: Ein große Leidenschaft im Traditionsverein VfR 06 Döhren

Von Dieter Kösel
Döhren. Wen einmal die Liebe zum ovalen Rugby-Ei gepackt hat, für den lautet das Urteil in den meisten Fällen lebenslänglich. Stefan Dörner ist dafür ein Beispiel. Mit zehn Jahren hat er beim Verein für Rasenspiele von 1906, kurz VfR 06 Döhren, mit dem Rugby begonnen. Mittlerweile ist er 50 Jahre alt und seit zwölf Jahren 1. Vorsitzender des Traditionsvereins, der im Mai seinen 110. Geburtstag feiern konnte.
Vor zwei Jahren hat der Ingenieur sein letztes Spiel für die Herren bestritten. 25 Jahre lang ist er für die 1. Herren aufgelaufen. Nun konzentriert er sich neben Familie und Beruf auf seine Vorstandsaufgabe. „Das ist ein zeitraubendes Hobby“, erklärt Stefan Dörner, „langweilig wird mir nicht.“ Doch auf dem grünen Felde bleibt die Familientradition gewahrt, Sohn Paul ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und spielt in der U 10 des VfR.
Der Sportverein an der Gustav-Brandt-Straße 82 zählt 230 Mitglieder. Davon ist etwa die Hälfte unter 18 Jahre alt. Dies lässt der sportlichen Zukunft zuversichtlich ins Auge schauen. „Wir sind neben Germania List der einzige Verein in Hannover, der alle Altersstufen besetzt hat“, ist Stefan Dörner zu Recht stolz. Von der U 8 bis hin zur U 18 sind das im Zwei-Jahres-Abstand acht Altersstufen, hinzu kommen die Mädchen. Bis zur U 14 sind gemischte Mannschaften für die Wettbewerbe zugelassen. Diese Anzahl ist für eine mittlerweile Randsportart nicht selbstverständlich. Neben Rugby wird noch Gymnastik angeboten.
Eine gute Jugendarbeit ist bei den hannoverschen Vereinen die Grundlage für Erfolg. Im Gegensatz zu den Klubs im Süden fehlen hier zu Lande die Sponsoren, ist Rugby ein reiner Amateursport. Der VfR tritt bei den Herren mit Odin Hannover in einer Spielgemeinschaft in der 2. Bundesliga an. 2015 wurde mit Rafael Pyrasch ein Nationalspieler als Trainer verpflichtet. Der 29-Jährige hat sich als ein Glücksgriff erwiesen, an den sich Erwartungen knüpfen. „Unser Ziel ist in der kommenden Saison ganz klar der Aufstieg in die 1. Bundesliga“, stellt Stefan Dörner fest.
1999 begann der Neuaufbau der Jugendabteilung. Vor dem Herrentraining nahm sich Rafael Banmann des Nachwuchses der Spieler an und begann mit dem Rugbytraining für sie. „Mit Julian Bach, Simon und Lucas Cobau sowie meinem Sohn Florian sind vier von den damals acht Kindern bei den Herren angekommen“, erinnert sich Marion Haidukiewicz. Auch ihre Tochter Nadja war dabei, sie spielt derweil bei Germania List Rugby in der Frauen-Bundesliga.
Ihren Anteil an der florierenden Nachwuchsarbeit haben die Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJler), die Marion Haidukiewicz betreut. Der Sportverein pflegt die Zusammenarbeit mit zwölf Kindergärten und acht Schulen, in denen Arbeitsgemeinschaften zu Rugby angeboten werden. Die zwei FSJler haben im April Spaßturniere organisiert. Mit Erfolg, 100 Kinder nahmen an dem für Kindergärten und 70 Schüler an dem für Schulen teil.
Zum 1. August sucht der VfR zwei neue FSJler. Die müssen nicht unbedingt selber Rugby gespielt haben. „Wir haben festgestellt, dass es das Wichtigste ist, dass die Absolventen Spaß daran haben, mit Kindern zu arbeiten“, weiß Marion Haidukie­wicz. Und der Spaß ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu lebenslänglich!

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❱❱ Infos unter www.vfr06.de

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