Regen setzt dem Storchennachwuchs zu
Rund 20 Prozent weniger Jungstörche werden in diesem Jahr flügge. Foto: pixabay

Regen setzt dem Storchennachwuchs zu

Etwa 80 Jungvögel werden flügge – im vergangenen Jahr waren es noch 102

Hannover. Das Storchenpaar in den Wülfeler Wiesen hat es trotz widriger Wetterlage geschafft: Sie haben immerhin einen Jungstorch herangezogen, der bereits fliegt. Längst nicht alle Storchenpaare in der Region Hannover waren in diesem Jahr erfolgreich. Das Wetter hat ihnen zu schaffen gemacht. Auch das Wülfeler Paar hatte im vergangenen Jahr noch drei Junge aufgezogen.

Rund 20 Prozent weniger Jungstörche werden in diesem Jahr flügge. Foto: pixabay

Rund 20 Prozent weniger Jungstörche werden in diesem Jahr flügge. Foto: pixabay

Etwa 80 Jungvögel werden voraussichtlich flügge, schätzt Reinhard Löhmer, der Naturschutzbeauftragte für Weißstörche in der Region. Im vergangenen Jahr waren es noch 102. „Es hat im Mai und Juni zu viel geregnet“, sagt er. Die wiederholten Kälteeinbrüche hätten die Jungstörche zusätzlich belastet. „Dauernässe und niedrige Temperaturen bedeuten für die weitgehend ungeschützt sitzenden Nesthocker vielfach den Tod“, so der Storchenbeauftragte. An die Rekordwerte vom vergangenen Jahr können die Störche deshalb nicht anknüpfen. Insgesamt haben in der Region Hannover dieses Jahr 50 Storchenpaare gebrütet, nur eines weniger als 2015. Insgesamt hat sich die Zahl der Brutpaare in kurzer Zeit verdoppelt. 2010 waren nur 24 Nester besetzt.
Etwa ein Drittel der Storchenpaare wird in diesem Jahr aber voraussichtlich ohne Nachwuchs bleiben: „Für die Störche ist das ein schlechts Jahr“, sagt der Naturschutzbeauftragte Löhmer. In guten Jahren blieben nur zehn bis 20 Prozent der Paare ohne Nachwuchs. Viele Jungvögel sind aufgrund des Wetters gestorben, einige Paare haben sogar ihre gesamte Brut verloren. „Wenn die Jungvögel kalt und nass werden, verklammen sie, reagieren apathisch und werden dann von den Eltern aus dem Nest geworfen“, erklärt Löhmer.

Er betont, dass er bisher nur eine vorläufige Bilanz ziehen kann. „In und um Hannover sind die Jungstörche schon Ende April geschlüpft und fliegen jetzt bereits“, sagt er. In anderen Nestern seien die Jungen erst zwei Wochen alt und könnten den Horst in frühestens eineinhalb Monaten verlassen. Noch kann der Storchen-Fachmann nicht mit Sicherheit sagen, wie viele von ihnen überleben werden. Im Stadtgebiet gibt es zur Zeit zwei Brutplätze: das Nest in Wülfel und eines in Stöcken, in dem aber nicht gebrütet wurde. „Viel mehr Möglichkeiten gibt es nicht“, sagt Löhmer. Denn die Störche, die ihre Beutetiere im Laufen jagen, sind auf große Grünlandflächen angewiesen. „Die gibt es in Hannover eigentlich nur noch in den Überschwemmungsgebieten der Leine“, so der Experte.

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