Stendel hat die Qual der Wahl
Schmerzhafter Moment: 96-Stürmer Artur Sobiech (rechts) ist nach seiner Verletzung wieder im Mannschaftstraining. Foto: deisterpics

Stendel hat die Qual der Wahl

96-Trainer muss harte Entscheidungen treffen: Wer steht am Sonntag gegen Dresden in der Startelf?

Hannover. Wenn die Liga Pause macht, weil die Nationalteams testen oder Qualifikationsspiele anstehen, ist es meist beim Training von Hannover 96 sehr übersichtlich auf dem Platz. Doch auch ohne die Nationalspieler hatte Trainer Daniel Stendel wie schon beim Test in Mönchengladbach (1:2) nicht nur viel Quantität, sondern reichlich Qualität auf dem Platz.
Die lange Zeit verletzten Felipe und Marvin Bakalorz sind beim Mannschaftstraining wieder voll dabei, Artur Sobiech und Charlison Benschop nehmen ebenfalls wieder den Kampf um die Stammplätze auf. Neuzugang Stefan Strandberg kam Montag in Hannover an, der Norweger trainiert seit gestern mit seinem neuen Team. Mit Blick auf das Heimspiel am kommenden Sonntag, 11. September (13.30 Uhr), gegen Dynamo Dresden dürfte der Kampf um einen Platz in der Startelf in den nächsten Tagen so intensiv wie nie in dieser Saison werden. Auf vielen Positionen hat Stendel ein Luxusproblem, weil er dort die Qual der Wahl hat.
In den Tagen bis zur Partie gegen den Aufsteiger wird Stendel nicht nur als Trainer gefragt sein. Auch als Moderator wird er gefordert sein, weil er einigen Spielern, die sich einen Platz in der Anfangsformation ausrechnen, erklären muss, warum sie zunächst auf der Ersatzbank sitzen oder noch nicht einmal im Kader sein werden. Im Tor ist Philipp Tschauner gesetzt. Spannend wird es in der Innenverteidigung. Mit Waldemar Anton, der seinen ersten Einsatz in der U 21-Nationalelf hatte, Neuzugang Strandberg und Salif Sané hat Stendel dort einen Spieler mehr, als er einsetzen kann. Noch größer wird die Auswahl, wenn der in Gladbach stark aufspielende Felipe absolut fit ist. Auf der rechten Seite steht mit dem 96-Talent Fynn Arkenberg, der gegen Gladbach seine Rolle sehr offensiv ausfüllte, eine Alternative für den bislang noch nicht überzeugenden Oliver Sorg parat. Mit Edgar Prib hat Stendel auf der linken Seite eine Option für Miiko Albornoz.
Ein stark besetztes defensiven Mittelfeld hat bei den „Roten“ seit den Europapokalzeiten Tradition. Auch in der 2. Liga ist 96 in der Defensivzentrale sehr gut aufgestellt. Manuel Schmiedebach ist jedoch der einzige Spieler, der dort seinen Stammplatz sicher hat. Für den Platz neben dem 96-Kapitän hat Stendel zahlreiche Alternativen. In den bisherigen Ligaspielen gegen Kaiserslautern, Fürth und Bochum setzte der 96-Trainer auf den Norweger Iver Fossum. Mit Bakalorz sowie Anton oder Sané gibt es auch auf dieser Position mehrere Möglichkeiten für den 96-Coach. Das gilt hingegen nicht für den offensiven Part, den Sebastian Maier bislang ausfüllt. Einen zweiten „Zehner“ haben die „Roten“ nicht.
Im Angriff muss Niclas Füllkrug eine Schippe drauflegen und endlich treffen, sonst droht die Ersatzbank. Der Neuzugang aus Nürnberg spielt zwar sehr engagiert, aber halt auch sehr glück- und torlos. Die Partie gegen Dresden könnte erst einmal die letzte Chance für Füllkrug sein, denn Sobiech, der bis zu seiner Verletzung im Sturmzentrum gesetzt war, dürfte spätestens beim Auswärtsspiel in Bielefeld wieder absolut fit sein. Keine Veränderungen wird es auf den Außenpositionen geben. Dort haben Felix Klaus und Martin Harnik bislang gute Leistungen abgeliefert. Duelle um die Stammplätze wird es erst geben, wenn die Langzeitverletzten Uffe Bech und Noah Joel Sarenren Bazee wieder gesund sind.
Es bleibt spannend, wie sich Stendel am Sonntag entscheidet. Fest steht, gelingt den „Roten“ der zweite Heimsieg der Saison, dann hat der Trainer alles richtig gemacht – egal wer auf der Bank oder Tribüne Platz nehmen musste.

cp/ck

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