Viel mehr als nur „Rumgehüpfe“
Die Cheerleader des HCV üben eifrig für die Deutsche Meisterschaft am Wochenende in Dresden. Foto: Bode

Viel mehr als nur „Rumgehüpfe“

Die Cheerleader des 1. Hannoverschen Cheerleader Verein sind bei der Dreutschen Meisterschaft vertreten

Die Anspannung ist bei allen Teilnehmern deutlich. Die Cheerleader des 1. Hannoverschen Cheerleader Vereins – kurz: HCV – üben eifrig für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, die am Wochenende (13./14. Mai) in Dresden stattfindet. Gleich sieben Teams haben sich dafür qualifiziert. „Es sind vor den Wettkämpfen alle nervös. Aber ich bin wahrscheinlich noch nervöser als alle anderen zusammen“, sagt die Vereinsvorsitzende Jennifer Dabré mit einem Lachen.
Beim HCV bieten die Verantwortlichen Spaß und Leistung gleichermaßen. Wer hoch hinaus will, ist zu den drei Trainingseinheiten pro Woche verpflichtet. Ausnahmen bei besonderen Anlässen gibt es natürlich auch da. „Aber in so einer heißen Phase wie jetzt sind sie natürlich alle da. Sie ziehen voll mit und wollen den Erfolg mit der Truppe“, sagt Dabré. Es ist allen Mitgliedern der unterschiedlichen Cheerleader-Teams bewusst, dass der Fehler eines einzelnen die Gruppe um den Erfolg bringen kann. „Wenn jemand einen Fehler macht, ist es aber immer der Fehler der Gruppe. Der Teamgedanke wird bei uns sehr groß geschrieben“, so die Vorsitzende.
Und gegenseitiges Vertrauen ist bei allen ganz wichtig. Denn schließlich geht es für die jungen Damen bei einer Pyramide bis zur zweieinhalbfachen Körperlänge in die Höhe. „Jede weiß, dass sie sich voll und ganz auf die anderen verlassen kann“, sagt Dabré. Ein Prozess, der sich im Laufe der Zeit entwickelt. Zu den Voraussetzungen der Teilnehmer sagt die Vorsitzende, dass grundsätzlich alles erlernt werden könne. „Eine Grundsportlichkeit muss natürlich da sein. Bodenturnerfahrung oder Sportakrobatik wären von Vorteil, aber sind kein Muss.“
Die Jüngsten fangen beim HCV mit fünf Jahren bei den sogenannten Emeralds an. Weiter geht es bei der Jugend für Elf- bis 16-Jährige (Brilliants). Ab 16 wechseln die Sportlerinnen zu den Sapphires oder zu den Obsidians, bei denen auch Männer aktiv sind. Jede Gruppe besteht aus 20 bis 30 Teilnehmern, 22 starten jeweils bei den Meisterschaften. Es gibt zudem noch sogenannte Groupstunts – dabei bestehen die Gruppen aus lediglich fünf Personen.
Die Choreographien entwickeln die jeweiligen Trainer, wobei sich diese untereinander unterstützen. „Andere Vereine nutzen Choreographer aus den USA. Wir machen das alles selber“, so Dabré. Zuerst entwickeln die Coaches das Programm, danach erfolgt die Musikauswahl. Pro Saison erlernen die Gruppen eine neue Choreographie. „Die Cheerleader hören die Musik seit September jede Woche dreimal zwei Stunden lang. Da ist es wichtig, dass es nicht nervt“, so Dabré mit einem Lachen. Die einzelnen Athletinnen dürfen ihre Meinungen deshalb immer mit einbringen.
Für die Deutschen Meisterschaften hofft die Vorsitzende, dass sich einige Teams für die Europameisterschaft in Kroatien im Sommer qualifizieren. Außerdem wünscht sie sich, dass Cheerleading noch mehr als anspruchsvoller Sport angesehen wird. „Es ist nicht nur Rumgehüpfe.“

Infos zum 1. Hannoverschen Cheerleader Verein

Im Jahr 2004 entstand bei den Cheerleadern der Hannover Musketeers der Wunsch nach Selbstbestimmung. So entstand im Juli der 1. Hannoversche Cheerleader Verein mit rund 100 Mitgliedern. Schon im Jahr 2006 nahm das erste Team bei der Deutschen Meisterschaft teil. Eine Vielzahl an Landesmeistertiteln und Erfolgen bei Deutschen Meisterschaften sowie Europameisterschaften folgten. Die Gruppen des HCV sind immer wieder bei Sportveranstaltungen im Einsatz, beispielsweise bei den Bundesliga-Handballern der TSV Hannover-Burgdorf oder kürzlich beim Gastspiel der Harlem Globetrotters. Näheres zu den Trainingszeiten der einzelnen Teams, zu Schnupperstunden und den Kontaktdaten zu den Trainern gibt es im Internet unter
www.hcv-cheerleader.de.

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