Viel Wasser im Juni
Im Juni sprudelt aus vielen Gullys Wasser. Foto: Behrens

Viel Wasser im Juni

Feuerwehr rückt zu zahlreichen Einsätzen aus

HANNOVER (fh). Im Juni sind in diesem Jahr deutlich mehr Keller überflutet worden als in vergangenen Jahren. Vom 18. Mai bis zum 28. Juni musste die Feuerwehr Hannover insgesamt 128 Mal wegen eines Wasserschadens ausrücken. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 22 Einsätze.
Die Feuerwehr erfasst statistisch zwar nicht die Ursache der Wasserschäden, Hauptgrund dürfte aber vor allem der starke Regen zu Beginn des Monats gewesen sein. Allein vom 30. Mai bis zum 2. Juni verzeichnete die Feuerwehr 91 Einsätze wegen Wasserschäden. „Die Regenmengen, die in den vergangenen Wochen in kürzester Zeit runtergegangen sind, waren ungewöhnlich heftig“, sagt Helmut Lemke von der Stadtentwässerung Hannover. Im Juni hat der Deutsche Wetterdienst im Stadtgebiet eine Regenmenge von etwa 107 Litern pro Quadratmeter gemessen. Das sind ungefähr 50 Prozent mehr als die durchscnittliche Niederschlagsmenge in diesem Monat. Meist waren es bei starken Schauern und Gewittern in sehr kurzer Zeit große Regenmengen.

Auch die Karnevalisten beim Schützenausmarsch  erwischt ein heftiger Schauer. In den vergangenen Wochen kam bei Schauern und Gewittern oftmals viel Wasser in sehr kurzer Zeit vom Himmel Mit den Wassermassen war die Kanalisation an einigen Stellen kurzfristig überfordert. Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller waren die Folge. Foto: Michael Thomas

Auch die Karnevalisten beim Schützenausmarsch erwischt ein heftiger Schauer. In den vergangenen Wochen kam bei Schauern und Gewittern oftmals viel Wasser in sehr kurzer Zeit vom Himmel. Überflutete Straßen und vollgelaufene Keller waren oft die Folge.
Foto: Michael Thomas

„Die Niederschlagsmengen waren wirklich außergewöhnlich“, bestätigt Kent Heinemann vom Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation. Die Besonderheit im Juni: „Es war nicht eine Kaltfront, die einmal durchgezogen ist, sondern wegen der feuchten Luftmassen gab es immer wieder starke Schauer und Gewitter“, erklärt der Experte. Die Luftfeuchtigkeit habe tropischen Verhältnissen geähnelt. „Wie in den Tropen konnten sich deshalb immer wieder Schauer- und Gewitterwolken bilden, die direkt vor Ort abgeregnet sind“, so der Experte.
Das hat die Regenwasserkanalisation auch in Hannover an ihre Grenzen gebracht. Obwohl sie ein großes Fassungsvermögen habe, sei sie an einzelnen Stellen kurzfristig voll gewesen, so Lemke von der Stadtentwässerung. Das Regenwasser kann dann nicht mehr durch die Gullys ablaufen. „Normalerweise verteilt sich das Wasser innerhalb von fünf bis zehn Minuten in der Kanalisation“, erklärt Lemke. Denn es regne zumeist nicht überall in der Stadt gleich stark, sodass die Kanalisation nur an einigen Stellen überlastet sei. Trotzdem könne eine Zeit lang Wasser auf der Straße stehen und dann auch auf die Grundstücke und in die Gebäude laufen. Besonders gefährdert sind tiefgelegene Bereiche. „Es ist deshalb ratsam, Kellerfenster und -türen abzudichten, sodass das Wasser nicht direkt von der Straße ins Haus gelangen kann“, sagt Lemke.
Aber auch wenn die Straße nicht unter Wasser steht, können Keller voll laufen. Wenn keine Rückstausicherungen vorhanden sind, kann Regenwasser beispielsweise durch Hausanschlüsse zurückfließen. Die Stadtentwässerung Hannover rät deshalb dazu, Rückstauklappen einzubauen und diese regelmäßig überprüfen zu lassen.
Zudem sollten Hochwasserschutztüren und -fenster eingebaut werden. Für den Ernstfall empfiehlt die Stadtentwässerung, Wassersperren wie beispielsweise Sandsäcke und mobile Pumpen bereitzuhalten. Chemikalien und andere gefährliche Stoffe sollten nicht in Kellern und Garagen gelagert werden, die von Hochwasser besonders betroffen sind.

Auf der Internetseite www.stadtentwaesserung-hannover.de sind Informationen und Tipps zum Hochwasserschutz zusammengestellt. Dort gibt es auch einen Kurzfilm, der die Funktion von Rückstausicherungen erklärt.

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