Zug um Zug zum Erfolg
Die Schachspieler der HSK Lister Turm freuen sich auf die neue Saison in der 2. Bundesliga. Foto: Serreck

Zug um Zug zum Erfolg

Schach: Der HSK Lister Turm startet morgen in die Saison in der 2. Bundesliga

Hannover. Im dritten Anlauf haben die Schachspieler des HSK Lister Turm in der vergangenen Saison endlich den Aufstieg in die zweite Bundesliga geschafft.
Wenn die Denksportler am morgigen Sonntag, 16. Oktober, beim Hamburger SK II in die neue Spielzeit starten, beginnt ein kleines Abenteuer. „Wir sind der einzige Amateurverein“, sagt Kapitän Lukas Hoffmann stolz. Während die Konkurrenz auf Profis aus Dänemark, Polen oder der Ukraine setzt, sitzen beim HSK nur hannoversche Spieler an den Brettern.
Einziger „prominenter“ Neuer ist Ilja Schneider, der zuletzt zehn Jahre für die Schachfreunde Berlin in der ersten Liga spielte. Der 31-Jährige freut sich auf die neue Aufgabe. „Es ist halt toll, mit Freunden zu spielen.“ Der Kontakt riss nie ab, zumal Schneider in der Saison 2004/2005 zum Team gehörte, als die Hannoveraner zuletzt in der zweiten Liga spielten.
Die Erwartung an den deut-schen Blitzschach-Meister von 2015 sind hoch. „Er soll uns ziehen“, hofft Lukas Hoff-mann. Die neue Nummer eins des HSK nimmt die Führungsrolle an. „Ich muss jetzt immer auf Gewinn spielen. Dabei bin ich längst nicht immer der Favorit.“ Neben der Klasse Schneiders zeichnet die Hannoveraner ihre mannschaftliche Geschlossenheit aus. Man ist ausgeglichen besetzt und harmoniert vor allem menschlich. Auf Anhieb gut integriert haben sich Martin und Rudi Hörstmann (47), die schon in Stadthagen und bei der SG Isernhagen zweite Liga spielten. Beide legten danach aus beruflichen Gründen eine mehrjährige Pause ein. Erst in der vergangenen Saison stiegen die Zwillinge beim HSK wieder ein. Eher Zufall: Beide kiebitzten vor anderthalb Jahren bei einem Oberliga-Kampf und waren sofort wieder heiß. „Ich bin großer Fan von Weltmeister Magnus Carlsen. Da leckt man schnell wieder Blut“, verrät Rudi Hörstmann. Das Schach habe sich verändert, findet sein Bruder: „Früher war man Einzelkämpfer, heute bereiten wir uns gemeinsam vor.“ Das ist nötig, um den Profis die Stirn bieten zu können.
Die Liga stellt nicht nur sportlich, sondern auch logistisch eine Herausforderung dar. Bisher war die weiteste Strecke Oldenburg, künftig stehen Kämpfe in Kiel und zweimal Berlin  auf dem  Programm. „Da müssen wir am Tag vorher anreisen“, betont Hoffmann. Sonst könne man die fünf bis sechs Stunden dauernden Partien nicht bewältigen. „Am Abend vorher einen trinken geht gar nicht“, stellt Rudi Hörstmann klar. Schließlich soll es kein einjähriges Gastspiel in der zweiten Liga bleiben.

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