Der Mann mit der stoischen Ruhe
Marc Daseking hat dem HVB mit seinen Paraden nicht nur viele Punkte gerettet, er war der Ruhepol des Teams.

Der Mann mit der stoischen Ruhe

Handball: Nach 14 Jahren im Tor des HV Barsinghausen beendet
Marc Daseking morgen seine Karriere

Von Uwe Serreck

Urgestein, Integrationsfigur oder Ruhepol – die Liste der Eigenschaften, die Marc Daseking auszeichnen, könnte man beliebig fortsetzen. Das schönste Kompliment kommt von seinen Mitspielern: „Er ist immer voran gegangen“, sagt Linksaußen Marc Schulze Schwering.

Am morgigen Sonntag (17 Uhr) zum finalen Heimspiel des HV Barsinghausen dieser Oberligasaison gegen Vorsfelde läuft der Torhüter zum letzten Mal in die Glück-Auf-Halle ein. 14 Jahre war die Spielstätte sein Wohnzimmer. Mit dem Schlusspfiff ist diese Ära vorbei. Kein leichter Abschied, und vor allem wird Marc Daseking seine Jungs vermissen: „Wir hatten immer einen tollen Zusammenhalt in der Mannschaft“, sagt der 31-Jährige Ein wenig trauert er auch seinen ersten Herrenjahren hinterher. „Früher war die Halle voller, da hat es mehr Spaß gemacht mit den vielen Zuschauern. Doch die Zeiten ändern sich, und inzwischen fordern Beruf und Familie – der Sohn wird im Sommer zwei Jahre alt – ihr Recht. „Dreimal in der Woche Training habe ich nicht mehr geschafft“, sagt Marc Daseking. So sei der Entschluss gewachsen, aufzuhören.

Die Fußstapfen, in die Nachfolger Daniel Densky tritt, sind groß. Mit seinen Paraden hat Marc Daseking nämlich nicht nur unzählige Siege gerettet. „Er war der Ruhepol des Teams. Als Typ können wir die Lücke nicht schließen“, sagt Trainer Jürgen Löffler. Im ersten A-Jugendjahr 2001 wechselte die langjährige Barsinghäuser Nummer vom VfL Bad Nenndorf an die Bergamtstraße, war bald auch in der
I. Herren absoluter Leistungsträger und 2007 maßgeblich am Aufstieg in die Regionalliga beteiligt. „Das absolute Highlight meiner Karriere war damals unser Sieg in Münden“, erinnert sich der IT-Fachmann. Weil der Ausflug in die dritte Liga nach einem Jahr endete, zog es Daseking 2008 nach Haste. „Da hatte ich die Perspektive, wieder in die dritte Liga aufzusteigen“, erklärt er seinen „Seitensprung“. Die Mannschaft in Haste zerbrach und der damalige Trainer Jörg Schröder holte Daseking 2009 nach Barsinghausen zurück.

Vor zwei Jahren folgte mit dem Abstieg in die Verbandsliga der sportlich bitterste Moment. „Das war extrem“, sagt Daseking. Auf dem Spielfeld war er indes nie ein Torhüter der Emotionen, sondern entnervte die gegnerischen Angreifer mit stoischer Ruhe. Trainer und Zuschauer machte Marc Daseking dafür zuweilen wahnsinnig. „Wenn er hypermotiviert war, hat er weit besser als Oberliga gehalten“, sagt Jürgen Löffler. Doch es gab Spiele, da gingen die leichtesten Bälle ins Tor. Legendär ist die Schwäche gegen Würfe von außen. „Ich weiß nicht woran das liegt“, sagt Daseking und lacht.“
Bald steht ohnehin nur noch der Spaß im Vordergrund. „Ich werde mit ein paar alten Kumpels in Schaumburg in der dritten Mannschaft spielen.“

Bleibt die Frage: Was wäre, würde man die Zeit zurückdrehen? „Ich hätte länger höher spielen können, würde aber auch heute nichts anders machen.“

 

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