Die Barsinghäuser mögen ihre Stadt
Ulrich Tebbe, Andreas Goltermann, Reinhard Meyer, Hendrik Mordfeld, Thomas Böhm und Margret Gödecke präsentieren die Ergebnisse der Bürgerumfrage.

Die Barsinghäuser mögen ihre Stadt

Ergebnisse der Bürgerumfrage: Stolz auf Deister und Stadtfest, aber Kritik an Leerständen

Barsinghausen. Einer Mehrheit der Barsinghäuser gefällt ihre Stadt. Insbesondere der Deister mit seinen Naherholungsmöglichkeiten, die guten Verkehrsanbindungen, die Nähe zu Hannover, die Deister-Freilichtbühne und das Stadtfest werden gelobt. Weniger zufrieden sind viele Barsinghäuser mit den Einkaufsmöglichkeiten, der Arbeit von Politik und Verwaltung und den Freizeitangeboten für junge Menschen. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der großen Bürgerumfrage, die der Verein Unser Barsinghausen im vergangenen Sommer durchgeführt hat.

Insbesondere der Leerstand  in der Innenstadt stößt den Bürgern negativ auf. Zudem wird beklagt, dass es zu viele Handy-Läden, Optiker, Schuhgeschäfte, Friseure und Apotheken gebe. Gleichzeitig  beurteilen die Barsinghäuser die Parkplatzsituation, die Beratungs- und Produktqualität und die Zahl an Supermärkten, sogenannten Grundversorgern, positiv.

Es herrsche der Wunsch nach einheitlichen und besser kalkulierbaren Öffnungszeiten. Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass über 50 Prozent der Erwerbstätigen außerhalb Barsinghausens arbeiten und der Einzelhandel bei unzureichenden Öffnungszeiten wochentags Gefahr laufe, einen großen Teil der Barsinghäuser vom Konsum vor Ort auszusperren.

Besonders stolz scheinen die Barsinghäuser auf ihr Stadtfest und die Deister-Freilichtbühne zu sein. Der Deister, das Bergwerk, Theater- und Konzertbesuche sind bei den Bürgern beliebt.  Im Ergebnisbericht heißt es jedoch auch, es gebe nur wenige kulturelle Veranstaltungen und Einrichtungen mit Strahlkraft nach innen und außen.  Zudem „leide“ die Deisterstadt durch die Nähe zu Hannover, wo das kulturelle Angebot deutlich abwechslungsreicher und größer sei.

Ebenso wie bei der Frage nach den Schwächen des Einkaufsangebots fehlt es den Barsinghäusern bei Freizeit und Naherholung an Angeboten und Veranstaltungen für Jugendliche und jüngere Erwachsene.
Eine der ersten Maßnahmen, die Unser Barsinghausen aufgrund der Umfrageergebnisse ergriffen hat, ist das Erstellen eines umfassenden Kulturkalenders in Zusammenarbeit mit den Kulturschaffenden der Stadt, Dieser soll vierteljährlich in gedruckter Version erscheinen und zudem online zur Verfügung stehen. „Wir haben ein gutes kulturelles Angebot, präsentieren es aber schlecht“, sagte der Vereinsvorsitzende Hendrik Mordfeld.

Eine weitere Idee, wurde ebenfalls bereits aufgegriffen und soll verwirklicht werden. Der Handballverein Barsinghausen (HVB) will sonnabends Kinder in der Glück-Auf-Halle betreuen, deren Eltern in der Innenstadt einkaufen. „So schaffen wir Synergien“, erklärte Mordfeld.

Zudem plant Unser Barsinghausen, den verkaufsoffenen Sonntag im Herbst („Herbstmarkt“) in einen „Tag der Ortsteile“ umzuwandeln, an dem sich möglichst viele Vereine und Einrichtungen aus den zahlreichen Ortsteile aktiv beteiligen und vorstellen können. Vor kurzem fand zu diesem Zweck eine Infoveranstaltung statt, die laut Unser Barsinghausen sehr gut angenommen worden sei.

Ergebnisse: Verein ist bereits aktiv geworden

Welche Konsequenzen ziehen die Macher der Bürgerumfrage aus den Ergebnissen?
Ein neu gestalteter Herbstmarkt als Tag der Ortsteile mit Darstellungsmöglichkeiten für die Vereine, kostenloses WLAN in der Innenstadt, ein Kulturkalender sowie Gemeinschaftsanzeigen der Geschäfte und Betriebe: Das will der Stadtmarketingverein Unser Barsinghausen demnächst umsetzen, um auf die Stärken der Stadt hinzuweisen.

Drei Arbeitsgruppen sind inzwischen eingerichtet. Eine davon trifft sich mit den Kulturschaffenden (siehe oben). Auch zur Freifunk-Initiative Hannover soll Kontakt aufgenommen werden. Der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat es vorgemacht – in dessen Zentrum gibt es bald den ersten Freifunk-Knoten mit kostenlosem WLAN in der Deisterstadt. Ziel sei es, die Barsinghäuser im Alter unter 20 Jahren anzusprechen. Diese Gruppe, so ein Ergebnis der Umfrage, sei mit hergebrachten Mitteln schwer zu erreichen.

Bildquelle

  • 03_Unser Barsinghausen: Mirko Haendel

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