Droht der Kinderbude das Ende?
Die Kinderbude wurde 1971 gegründet. Seitdem werden die Kinder in dem ehemaligen „Tante-Emma-Laden“ betreut.

Droht der Kinderbude das Ende?

Finanzielle Probleme bei Barsinghäuser Elterninitiative

Barsinghausen. Die Kinderbude Barsinghausen am Langenäcker ist eine der ältesten Elterninitiativen Niedersachsens und besteht seit Anfang der 1970er-Jahre. Jetzt schlägt ihr Erster Vorsitzender Roman Troppenhagen Alarm.  Die Einrichtung sei in ihrer Existenz bedroht.

Die Kinderbude scheint in finanzielle Schieflage geraten zu sein.  Offensichtlich seien die Schwierigkeiten Ende November geworden, als die Kinderbude die Gehälter ihrer Erzieherinnen nicht mehr habe bezahlen können, berichtet Troppenhagen. Der Vorsitzende wandte sich an die Stadt Barsinghausen, die die Einrichtung fördert und bat um Unterstützung. Daraufhin sei dem aktuellen Vorstand eine Liquiditätshilfe zugesagt worden – allerdings unter Auflagen. „Der alte Vorstand hat seine Arbeit nicht gemacht, und das müssen wir jetzt ausbaden“, sagt Troppenhagen.

Der Vorstand der Kinderbude hat sich aufgrund der entstandenen Probleme an die Stadt Barsinghausen gewandt. In ersten Gesprächen habe der Erste Stadtrat Georg Robra die Kürzung der Personalkosten und eine Anhebung der Elternbeiträge von derzeit 165 Euro auf 341 Euro monatlich gefordert. „Das ist nicht zumutbar“, beklagt der Vorsitzende der Kinderbude Troppenhagen. Dieser musste in den vergangenen Monaten die Versäumnisse des vorherigen Vorstands aufarbeiten und hat dabei offenbar erschreckende Erkenntnisse über das ganze Ausmaß gewonnen. „Wir haben im 2013 buchhalterisch einen Überschuss von 23000 Euro erwirtschaftet und wären gemäß Vertrag verpflichtet gewesen, dieses Geld an die Stadt zu zahlen“, so der Vorsitzende.

Die Elterninitiative habe daraufhin einen Kredit über 15000 Euro aufgenommen, investierte 5000 Euro davon für die dringend notwendige Sanierung des Außengeländes und zahlte laut Troppenhagen die restlichen 10000 Euro an die Stadt. Gut 13000  Euro stünden noch aus, die die Verwaltung jedoch zunächst stundete.

Im Jahr 2014 schloss der ehemalige Vorstand einen neuen Fördervertrag mit der Stadt. Der Betrieb wurde umgestellt, die Personalkosten konnten gesenkt werden. Seitdem bekomme die Kinderbude rund 2000 Euro an städtischen Fördergeldern monatlich weniger. Ein Umstand, der die finanzielle Situation der Initiative weiter verschlechterte, wie Troppenhagen beklagt.

Die Kinderbude habe jedoch noch ein weiteres Problem, das sie, wie Troppenhagen befürchtet, in ihrer Existenz bedrohe. „Der alte Vorstand hat haarsträubende Fehler begangen und ist seinen Pflichten nicht nachgekommen“, sagt der Vorsitzende. So habe man gegenüber dem Land Niedersachsen, dass die Kinderbude ebenfalls finanziell fördert, die Arbeitszeitkonten der angestellten Erzieherinnen nicht lückenlos nachweisen können. „Jetzt droht uns die Streichung der Beteiligung des Landes an den Erziehergehältern für 2014 in Höhe von 36000 Euro. Sollte das passieren, können wir die Kinderbude abschließen“, sagt Troppenhagen.

Die Stadt wollte sich zu dem Thema noch nicht äußern, bestätigte aber die Kontakte. „Wir stehen als aufsichtsführende Behörde freien Trägern gern mit Rat und Tat zur Seite. Aber bevor uns nicht alle Unterlagen vorliegen, können wir keine Aussagen machen“, sagte Erster Stadtrat Georg Robra.

Bildquelle

  • 04_Kinderbude: Mirko Haendel

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