Es ist ein Bundesligist
Glückslos oder Pech gehabt? Die Germania-Fans, die im Vereinsheim die Auslosung für die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde mitverfolgt haben, sind sich nicht so sicher.

Es ist ein Bundesligist

Gemischte Gefühle: Germania Egestorf/Langreder
trifft in der 1. Runde des DFB-Pokals auf 1899 Hoffenheim

Egestorf. Die DFB-Pokalauslosung am späten Sonnabend sorgte beim 1. FC Germania Egestorf/Langreder für verhaltene Freude. Als „Losfee“ und U17-Europameisterin Caroline Siems dem frischgebackenen Regionalligaaufsteiger die TSG Hoffenheim zuloste, waren sich Verantwortliche, Mannschaft und Fans nicht schlüssig: Ist das jetzt das erhoffte Hammerlos oder eher nicht?
Im Egestorfer Vereinsheim verfolgten etwa 50 Fans, die Vereinsführung sowie Teile der Mannschaft die Auslosung, die live im Fernsehen übertragen wurde.

In der Vereinskneipe an der Ammerke hatten sich im Laufe des Abends gut 50 Germania-Fans zusammengefunden, die mit der Vereinsführung um Präsident Torsten Seebeck und einem Teil der Mannschaft die Auslosung der DFB-Pokaol-Hauptrunde auf einem Großbildfernseher verfolgen wollten. Es herrschte gespannte Freude. Viele der Germanen-Fans waren sich einig: Es ist ein Riesenerfolg, überhaupt im DFB-Pokal spielen zu dürfen – egal wie der Gegner heißt.

Aber natürlich fielen immer wieder die Namen Bayern München, Borussia Dortmund, Hamburger SV und Schalke 04. Die Spitzenclubs, die eine große Fangemeinde haben. Germanias Trainer Jan Zimmermann gab sich eine halbe Stunde vor Beginn der Auslosung, die live aus Malente übertragen wurde, bescheiden: „Ich hoffe nur, dass es nicht das totale Krökellos wird und wir gegen Sandhausen oder Heidenheim spielen müssen.“

Wenige Minuten vor Beginn der Sendung „Beckmanns Sportschule“ zog die Spannung im Schankraum der FC-Gaststätte an. Schnell wurden Getränke geordert, die Germania-Fahne ausgerollt, Schals zurechtgezupft. Dann ging es los.

Die Germanen mussten lange warten. Jubel bei den Anwesenden, wenn Siems wieder einen eher unattraktiven Verein aus der Losschale gezogen hatte – Ingolstadt, Bochum und Darmstadt blieben den Germanen erspart. Es gab aber betretene Gesichter, als Dortmund, Schalke und Bremen als mögliche Gegner ausgeschieden waren. Als zwei Drittel aller Partien ausgelost waren, wurden die Gäste unruhig. „Wer soll jetzt noch kommen? Alle guten Gegner sind ja raus“, klagte einer. Hatte er nicht bemerkt, dass die Bayern noch im Lostopf lagen?

Dann endlich zog Siems die Kugel mit dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Lauter Jubel brandete auf. Einige der Anwesenden hielt es nicht mehr auf den Stühlen. Dann die zweite Kugel – TSG 1899 Hoffenheim! Ein lautes „Oh“ aus zig Kehlen, einige Fans und Spieler fassten sich an den Kopf, andere jubelten. Im Vereinsheim war man sich nicht einig: Glückslos oder Pech gehabt?

„Machbar“, scherzte Präsident Torsten Seebeck und wurde ernst: „Das ist weder hü noch hott. Es hätte schlimmer kommen können, doch wird es für uns Organisatoren schwer, da wir nur schlecht einschätzen können, wie viele Menschen sich dieses Spiel anschauen wollen. Wir müssen uns Gedanken machen, in welchem Stadion wir die Begegnung austragen wollen.“

Auch Jan Zimmermann war nicht wirklich glücklich mit der Auslosung. Er versuchte es mit Diplomatie: „Wenn man einen Bundesligisten zugelost bekommt, gibt es keinen Grund, traurig zu sein.“ Germania-Spieler Joshua Siegert gab seinem Coach recht: „Worüber wollen wir uns beklagen? Es ist ein Bundesligist.“ Und machte sich mit einem Scherz auf den Heimweg: „Pech, dass die TSG uns gezogen hat.“

Die Germanen dürfen übrigens weiterhin auf ein Pokalspiel gegen Bayern oder Dortmund hoffen – sie müssen „lediglich“ die zweite Runde erreichen. Vielleicht macht ihnen ja die Prognose vom Ex-Paulianer Nico Patschinski, der in Beckmanns Sportschule als „EM-Bestatter“ agiert, etwas Mut. Der aktuelle Kicker des SC Empelde prophezeite zum Ende der Sendung: „Hoffenheim fliegt raus und verliert 4:0.“

Bildquelle

  • Freude oder Enttäuschung: Mirko Haendel

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