Kinder aus Kovel reisen  zurück in die Heimat
Zum Abschied gibt es für die Kinder aus Kovel, die am Mittwoch in ihre Heimat zurückkehrten, ein Eis, das ihnen Piccoli-Chef Masoud Zand und Bürgermeister Marc Lahmann spendieren.

Kinder aus Kovel reisen zurück in die Heimat

Zum Abschied gehen sie mit dem Bürgermeister Eis essen und feiern eine Party

Barsinghausen. Kinder lieben Eis über alles. Das bewies der Nachwuchs am Dienstag in beeindruckender Weise auf ein Neues. Nachdem der Reporter des Wochenblatts fast eine Stunde (!) zu spät zu einem Fototermin am Eiscafé Piccoli erschienen war, zögerte Chef Masoud Zand nicht lange und spendierte den anwesenden Jungen und Mädchen kurzerhand noch eine zweite Portion Eis – schließlich sollten die Kinder nicht mit leeren Händen abgelichtet werden. Und was soll man sagen? Die Beschenkten leckten ihr zweites Eis mit der selben Begeisterung wie das erste.
Verdient hatten es die 18 Mädchen und zwei Jungen aus dem ukrainischen Kovel auf jeden Fall. Sie waren für vier Wochen zu Besuch am Deister und erholten sich in ihren Gastfamilien von dem bedrückenden Alltag in ihrer Heimat.

Bereits seit 25 Jahren ermöglicht der Verein Kinderhilfe Ukraine Ferien für Kinder aus der ukrainischen Partnerstadt Kovel. Die Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahre stammen aus bedürftigen Familien. „Unter ihnen sind viele Waisen oder Halbwaisen, den es an vielem fehlt und die noch nie einen Urlaub verbracht haben“, sagt Lilli Bischof, die Vorsitzende des Vereins. Zur wirtschaftlichen Not komme bei vielen Kindern in den vergangenen Jahren große Angst aufgrund der angespannten Situation in der Ostukraine, wo bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. In Kovel selbst sei es zwar friedlich, betont Bischoff, doch seien die Auswirkungen auch im Alltag der Kinder zu spüren. „Die Kinder sind viel ängstlicher geworden. Sie nehmen viele der Probleme von Zuhause mit hierher und sind anfangs viel bedrückter und nervöser.

Allerdings blühten die Kinder während ihrer Ferien in Barsinghausen, die von vielen Gasteltern und Sponsoren ermöglicht werden, richtig auf. „Sie sind wieder viel lockerer geworden und können sich wieder freuen, weil sie hier merken, dass sie Kinder sein dürfen, die geachtet werden“, sagt Bischoff. Das zeige ihr, wie wichtig diese Aktion sei.

In diesem Jahr sei es allerdings sehr schwierig gewesen, genug Gastfamilien zu finden. Daher sei die Gruppe der Kinder auch deutlich kleiner als gewünscht. „Diesmal konnten wir nur 20 Kindern einen Urlaub bieten, eigentlich laden wir 25 bis 30 Kinder ein“, betont Bischof, die hofft, dass im nächsten Jahr wieder mehr Familien mitmachen.

Am Abend vor der Abreise stand wie seit 15 Jahren eine Abschiedsparty bei Familie von Oertzen in Egestorf auf dem Programm. Mitglieder des Rotary Clubs Bad Nenndorf überreichten dort Schuhe und Kleidung an die jungen Gäste aus der Partnerstadt. Am Mittwochabend machte sich die Gruppe dann im Reisebus wieder auf den Weg zurück ins mehr als 1000 Kilometer entfernte Kovel in der Westukraine.

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