Und Handball spielen sie auch
Miteinander lachen ist den HSG-Senioren noch wichtiger als ein gelungener Spielzug.

Und Handball spielen sie auch

HSG-Altherren: Die eingeschworene Truppe
hat in der Kabine am meisten Spaß

Wennigsen. Trainingsabend  der Altherrenhandballer von der HSG Wennigsen/Gehrden: Beim Betreten der Halle hört man lautes Gelächter aus der Umkleide. Eine knappe Stunde vorher sind die „Alten Säcke“, wie sich die Truppe mit einer Portion Selbstironie nennt,  versammelt – zum Pressetermin.

Es geht in der Kabine hoch her. Die Mannschaft um Trainer Carsten Schierholz ist vor allem abseits des Parketts ein lustiger Haufen, der sich super versteht. „Nach einem anstrengenden Tag mit guten Kumpels dummes Zeug quatschen“, erklärt Torwart Dietmar Gehler seine und die Motivation seiner Mitspieler, sich regelmäßig in der Halle zum Handballspielen zu treffen . Nicht jugendfreie Zweideutigkeiten gehören dazu und man nimmt sich mit derben Sprüchen auf die Schippe.

Seit der Saison 2007/2008 besteht die Mannschaft. Gibt es eigentlich ein Aufnahmeritual? „Die Hose sollte gut ausgefüllt sein“, sagt Steffen Rabuschenko. Er grinst: „Ich hatte Glück, musste zusätzlich nur eine Kiste Bier zahlen.“ Auch den Abstecher zum Erzrivalen aus Barsinghausen vor drei Jahren nahm „Rabu“ niemand übel. „Wir sind ein Auffangbecken für angeknackste Seelen“, sagt Gehler, wieder begleitet von schallendem Gelächter.

Der Teamgeist trägt die Trup-pe. In den Spielzeiten 2011/12 und 2012/13 war sie Prügelknabe der Liga, holte nur drei Pünktchen. Die Stimmung war trotzdem immer bombig. Als es nach 15 Niederlagen in Folge wieder einen Sieg gab, „fühlte sich das komisch an“, erinnert sich Gehler. Gewinnen ist schön, zählen tut aber die „dritte“ Halbzeit, wenn beim Bierchen die Spiele analysiert werden. Die wichtigste Frage nach dem Training ist daher: Wer bringt am Wochenende die Kiste mit? „Obwohl das in unserem Alter zweideutig ist“, sagt Rabuschenko. Wieder lachen alle.

Auch bei der Anprobe der neuen Trikots. Die wirken bei manchen doch sehr  figurbetont. „Wir haben die entsprechende Werbefläche“, sagt Henry Jacobs. Die Körperfülle hat auch Vorteile. Die HSG kassierte bisher im Schnitt erst 22 Gegentore. Mit ihrem Stellungsspiel – böse Zungen sagen Standspiel – machen die Oldies die Räume eng.

Derweil wartet die A-Jugend zum verabredeten Trainingsspiel. Nach zehn Minuten haben die ersten Senioren Schweißperlen auf der Stirn. Muss wohl an der Temperatur in der Halle liegen. „Wir spielen immer solange, bis die Jungs nach Hause müssen“, versichert Jacobs. Danach noch eine Runde kicken und zum Abschluss in der Kabine fachsimpeln. Richtig trainiert wurde übrigens auch schon. „Sogar mal Spielzüge“, verrät Gehler: „Aber das Merken bis zum Spiel hat nicht funktioniert.“

Also hat man es wieder gelassen. Doch auch so läuft es derzeit sportlich mit 6:4 Punkten in der Regionsliga richtig rund. Eine Englische Woche war zwar jüngst echt hart, doch bei einem Kaltgetränk sind alle Schmerzen schnell wieder vergessen…

www.hsg-wennigsen-gehrden.de/

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