Wohin mit den Wertsachen?
In der Egestorfer Filiale der Sparkasse Hannover werden zukünftig keine Schließfächer mehr vermietet.

Wohin mit den Wertsachen?

Kunden der Egestorfer Filiale der Sparkasse Hannover stehen vor einem Problem

Egestorf. Was tun, wenn einem die Möglichkeit genommen wird, seine Wertsachen an einem sicheren Ort unterzubringen? Diese Frage stellen sich derzeit zahlreiche Bürger Barsinghausens, die von den Sparmaßnahmen der Sparkasse Hannover betroffen sind.
Bereits im Oktober des vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Sparkasse Hannover Personal einsparen möchte. Davon betroffen sind 43 Filialen in Hannover und Umland – auch die Filiale in Egestorf. In dem sogenannten BeratungsCenter soll ab Anfang September die persönliche Beratung nicht mehr von Montag bis Freitag, sondern nur noch ein zwei Tagen die Woche oder mit Termin stattfinden. Der SB-Bereich mit Geldautomat, Überweisungsautomat und Kontoauszugsdrucker steht den Kunden weiterhin an sieben Tagen die Wochen rund um die Uhr zur Verfügung.

So weit, so schlecht für die Kunden der Sparkasse Hannover – aber keine neue Nachricht. Doch vor wenigen Tagen erhielten diejenigen von ihnen, die zudem ein Schließfach gemietet haben, ein Schreiben von dem Geldinstitut, dass sie wahrscheinlich vor ein großes Problem stellt. Die Kunden wurden informiert, dass sie ihre Schließfachschlüssel bis spätestens 9. Juli bei der Sparkasse abgeben müssen, da die Fächer nicht länger betrieben würden. Auf Nachfrage von hallo erklärt Renate Schmidt-Temmelmann, Leiterin der Unternehmenskommunikation: „Die Schließfachanlage in Egestorf ist älterer Bauart und kann durch die Umstellung auf die neuen Öffnungszeiten unter technischen und sicherheitsrelevanten Aspekten leider nicht weiter betrieben werden. Wir haben unsere Kundinnen und Kunden deshalb im April 2017 schriftlich darüber informiert, dass ihr Schließfach aufgelöst werden muss.“ Betroffen davon sind laut Schmidt-Temmelmann 120 Kunden mit insgesamt 159 Mietfächern.

Einer der betroffenen Kunden, der aus Angst vor einem Einbruch namentlich nicht genannt werden möchte, beklagte gegenüber hallo: „Ich habe Verständnis dafür, dass Filialen geschlossen oder der Service eingeschränkt werden müssen. Aber kann man uns denn dann keine realistische Alternative nennen?“

Schmidt-Temmelmann schreibt in ihrer E-Mail, dass es aufgrund der hohen Nachfrage nach Kundenschließfächern in der Region Süd, zu der Egestorf gehört, derzeit „leider keine freien Schließfachkapazitäten“ gebe. Als Ausweichmöglichkeiten nennt die Leiterin der Unternehmenskommunikation Filialen in der Innenstadt von Hannover wie den BeratungsCenter Karmarschstraße oder den Neubau der Sparkasse in Springe, der im Oktober eröffnen soll. „Ich bin noch mobil, aber die genannten Filialen sind doch für ältere Leute nicht wirklich in erreichbarer Nähe“, sagt der Kunde und fragt: „Wo sollen die alten Leute ihre Wertgegenstände jetzt einbruchssicher verwahren?“ Das Vorgehen der Sparkasse sei „ein derartiger Service-Mangel“, dass er ernsthaft überlege, das Geldinstitut zu wechseln.

Offensichtlich ist der Herr nicht der einzige Sparkassen-Kunde, der so denkt. Martin Wildhagen, Leiter Marketing und Kommunikation der Stadtsparkasse Barsinghausen, bestätigt, dass es in den vergangenen Tagen zahlreiche Nachfragen gegeben habe: „„Wir hatten bereits einige Personen, die bei uns gewesen sind und sich nach einem Schließfach erkundigt haben.“

Die Stadtsparkasse verfügt nach eigenen Angaben in ihrer Hauptstelle in der Marktstraße über rund 330 sogenannte Tresormat-Fächer. Allerdings seien von diesen rund um die Uhr vom Kunden zugänglichen Tresoren nur noch gut 20 nicht vermietet. Als Alternative verfüge die Stadtsparkasse zudem über 550 Tresorschließfächer, bei denen die Öffnung nur gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Geldinstituts während der Öffnungszeiten möglich ist. Von diesen seien noch 250 frei. bass

Bildquelle

  • Sparkasse_Hannover_Foto_haendel: Mirko Haendel

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