Zeit, um „Tschüss“ zu sagen
Als Kreisläuferin muss die ehemalige Barsinghäuserin Tina Wagenlader (links, im Spiel gegen TuS Jahn Hollenstedt-Wenzendorf) mächtig einstecken. Foto: Serreck.

Zeit, um „Tschüss“ zu sagen

Die Ex-Barsinghäuserin Tina Wagenlader verlässt Zweitligaaufsteiger
HSG Badenstedt und spielt zukünftig nur noch
für Garßen Celle in der Ersten Liga

Handball (dv). Nationalmannschaft und Bundesliga – ihre Kindheitsträume hat Tina Wagenlader in ihrer noch jungen Handballerkarriere schon erreicht. Vor allem aber hängt ihr Herz an der HSG Hannover-Badenstedt. Als die Barsinghäuserin dort vor einigen Wochen zu den Klängen von „time to say goodbye“ verabschiedet wurde, flossen bei der gebürtigen Barsinghäuserin Tränen. „Wir waren halt ein eingeschworener Haufen“, sagt  die 21-Jährige. Als die „Jungen Wilden“ am 2. April in Owschlag den Aufstieg in Liga zwei schafften, war Wagenlader nicht dabei. Sie spielte für  Garßen Celle in der ersten Liga.

2013 wechselte die Kreisläuferin aus Badenstedt in die Residenzstadt und ist seitdem mit dem im Handball möglichen Doppelspielrecht für beide Clubs am Ball. Da dies in der nächsten Saison wegen Überschneidungen im Spielplan nicht mehr möglich ist, musste sich Tina Wagenlader entscheiden. Den Ausschlag gaben die besseren finanziellen Möglichkeiten in Celle. Die angehende Immobilienkauffrau ist ehrlich: „Auch ich muss meine Miete bezahlen.“

Mit ihrer besten Freundin Mieke Düvel, die aus Celle zurück nach Badenstedt ging, wohnt Tina zusammen in Hannovers Südstadt. Zeit zum Quatschen haben beide bald nicht mehr oft. Auch die alten Mitspielerinnen werden Tina Wagenlader fehlen. „Viele kenne ich ja schon ewig.“

Wagenlader stammt aus einer echten Handballerfamilie. Die Geschwister Annica, Maike und Thomas nahmen das Nesthäkchen irgendwann mit in die Glück-Auf-Halle. „Da war ich dreieinhalb“, erinnert sich die begeisterte Sportlerin, die auch Schwimmen und Tanzen ausprobierte. Aufgrund ihrer rasanten Entwicklung wechselte sie vom HV Barsinghausen im Jahr 2009 nach Badenstedt und wurde dort zwei Jahre später Deutsche B-Jugend-Meisterin. Dazu kam die Berufung in die Nationalmannschaft.
Celle wurde aufmerksam. Der Wechsel zum damaligen Zweitligisten war 2013 der logische Schritt. Im vergangenen Sommer verlängerte Tina Wagenlader ihren Vertrag. „Ich hatte sogar vor, mich ein Jahr nur auf Handball zu konzentrieren“, sagt sie. Doch ihr Vater legte sein Veto ein und drängte auf eine Ausbildung. Die Woche ist hart. Bis 17 Uhr arbeiten, 18 Uhr Training und gegen 21.30 Uhr zuhause. Dazu oft am Wochenende zwei Spiele. Tina räumt ein: „Ich habe die Belastung unterschätzt. Man fällt abends nur noch müde ins Bett.“ Gut, dass Freund Philip Müller auch Handballer ist.

„Den Sport aufzugeben ist für mich aber keine Option“, betont Wagenlader. Auch wenn einiges hintenan stehen muss. Die Familie komme zu kurz, und Party machen gehe auch nicht oft. „Man muss auf den Körper achten. Nur beim Essen gönne ich mir etwas.“ Der Karriere hat es offensichtlich nicht geschadet. Ein Trumpf auf dem Weg nach oben war immer ihre Lockerheit. „Niederlagen hänge ich nicht lange nach“, sagt die 21-Jährige. Davon gab es in Celle zuletzt reichlich. Doch ist die Saison bald vorbei. Dann hat Wagenlader endlich frei. „Die erste Woche ist immer toll, dann wird mir langweilig“, gesteht Tina Wagenlader: „Ich bin froh, wenn es wieder los geht.“

Ihr Vertrag ist noch eine Gültigkeit von einem Jahr. Und dann? „Wenn Badenstedt in der zweiten Liga bleibt, wäre das sicherlich eine Option“, sagt sie.

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