Autobahn 2 ist ein unbeherrschbarer Verkehrsstrom – Bürger diskutieren
Stadtbaurat Hauke moderiert die Bürgerversammlung zum Thema Verkehr. Foto: bahl

Autobahn 2 ist ein unbeherrschbarer Verkehrsstrom – Bürger diskutieren

Quelle: Redaktion Garbsen

Stadtbaurat Hauke moderiert die Bürgerversammlung zum Thema Verkehr. Foto: Bahl

Garbsen. Volles Haus im Rathaus bei der Bürgerversammlung zum Thema Amazon und Verkehrsauswirkungen. Weil mehrere Städte betroffen sind, die alle irgendwie an die A 2 angrenzen und die Autobahn gefühlt täglich zur Staufalle für Schwerlaster wird, ist das Thema brisant. Amazon könnte dies massiv verschärfen, sagen die Kritiker. Die Gutachter indes geben Entwarnung. Das Straßennetz mit den relevanten Kreuzungen könne diesen Verkehr noch aufnehmen, sagte Gutachter Thomas Müller.

„Wie konnte Amazon bei dieser Ausgangslage überhaupt auf die Idee kommen, sich in Garbsen anzusiedeln“, sagen Luther Ortsräte. Eine wohl mehr rhetorische Frage. Die Lage: Bei Stau verlassen Schwerlaster die A 2 bei Luthe und quälen sich sich durch Nebenstrecken bis nach Schloss Ricklingen, so das Szenario. Folgerichtig wollen Garbsen und Wunstorf im Schulterschluss tätig werden und die Region Hannover sowie den Straßenbau Niedersachsen (Autobahn) einbinden, weil es um regionale Kreis- und Bundestraßen geht. Die Brücke, dies scheint ausgemacht, muss sowohl für Gewicht (Tonnage) wie Höhe massiv und frühzeitig erkennbar und mehrsprachig, Beschränkungen für den LKW-Verkehr erhalten, lautet die Forderung aus Orts- und Bürgersicht. Stadtbaurat Hauke bemühte sich, in die Themenvielfalt, bei der alles mit allem etwas zu tun hat, Struktur zu bringen.

Verkehrsgutachten zur Amazon-Ansiedlung:

Der Gutachter spricht von durch Amazon verursachten 2400 Fahrzeugbewegungen pro Tag. Darin enthalten 1900 An- und Abfahrten der circa 1400 Mitarbeiter zum Arbeitsplatz.Auf 500 Fahrten pro Tag wird der An- und Abfahrtverkehr zum Umschlagplatz Amazon-Sortiercenter prognostiziert. Nur LKW, keine Sprinter, weil keine direkte Auslieferung von dort zum Kunden erfolge, sagt der Gutachter.

Burgstraße K341:

Als Reduzierung bei der Anzahl der Mitarbeiterfahrten wird angesehen, dass es eine gute ÖPNV-Anbindung geben wird. Die Kreuzung zur Burgstraße werde im hohen Standard ausgeführt und vor allem auch nachts taghell erleuchtet sein, sagt Dirk Perschel.

Überregionaler Verkehr:

Die Stausituation auf der Autobahn A 2 ist das Sorgenkind und die große Unbekannte bei allen Planungen und Szenarien. Garbsen und die anderen Anrainer haben nur mittelbaren Einfluss. Gefordert sind sicherlich auch die Wahlkreisabgeordneten im Bundestag. Wann kommt die Vierspurigkeit? lautete eine Frage.

Interkommunaler Verkehr – Am Leineufer K322:

Damit ist das Thema der Strecke zwischen Schloss Ricklingen und Luthe gemeint. Der Vorwurf: Seit Jahren besteht das Problem mit der engen Ortsdurchfahrt bei Schlori und der katastrophalen Zustände, wenn sich mal wieder ein osteuropäischer LKW auf Abwegen dort festgefahren hat und die Kommunikation nur lückenhaft möglich scheint. Die Stadt hat versprochen, hier mit den Bürgern im Verbund aktiv tätig zu werden. Aus dem Forum kommen neben grundsätzlicher Kritik auch konstruktive Vorschlage: Das Abbiegen von der A2 aus Richtung Osten in Garbsen sei schwierig in der langen LKW-Schlange auf der rechten Spur, lassen sie schnellstmöglich die Abbiegespur deutlich verlängern, lautet die Anregung eines Luthers. Eine Garbsenerin brachte es auf den Punkt. Die Innovationsforscherin appellierte, nehmen sie ihre Bürger früher mit ins Boot, hier leben Menschen die viel wissen und sich einbringen und behandeln sie das Thema ganzheitlich.

Bürgermeister Detlef Schallhorn war als einziger Nachbar-Bürgermeister bei der Versammlung vertreten. Er begrüßt die Einrichtung eines Runden Tisch mit den A-2-Anrainern ausdrücklich. Allein das Aufbiegen auf die B 441 in Seelze sei an manchen Tagen, bei Stau auf der Autobahn, fast unmöglich. Für ihn sei klar,  das Problem bereitet die A 2 – Amazon sei der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Aus Sicht der Stadt Garbsen sei die Ansiedlung eines so großen Unternehmens aber vollkommen verständlich.   hb

Bildquelle

  • IMG_1948: Redaktion Garbsen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.