Arzt fliegt ins Krisengebiet

Arzt fliegt ins Krisengebiet

Dr. Rolf F. Gehre hilft in Sierra Leone Ebola-Patienten

Der in Garbsen praktizierende Arzt Dr. Rolf F. Gehre fliegt im Januar 2015 nach Sierra Leone, um dort drei Monate im Serabu Community Hospital zu arbeiten. Er engagiert sich schon zum vierten Mal im Rahmen eines Projektes der German Doctors in diesem Krankenhaus.Seine vorrangigen Ziele sind, die Bevölkerung zu beruhigen und für Normalität zu sorgen, da die Menschen dort gegenwärtig Angst haben, sich im Krankenhaus an Ebola anzustecken. Dabei werden Patienten des Serabu Community Hospitals, bei denen Ebola diagnostiziert werden konnte, sofort in ein anderes Krankenhaus verlegt.
Dr. Gehre berichtet, dass die Untersuchung eines Patienten mit Ebola-Verdacht draußen in einem Zelt stattfinde, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten. Der Arzt lasse sich die Symptome aus über zwei Metern Entfernung zeigen. Erst mit Schutzausrüstung dürfte sich der Arzt dem Patienten nähern, da sonst das Risiko einer Infektion zu hoch wäre.
Für die ungefähr 50.000 Menschen, die im Bezirk Bumpeh Ngao leben, ist das Serabu Community Hospital die einzige medizinische Einrichtung. Aber nicht nur gegen Ebola müssen die dort eingesetzten Ärzte kämpfen. Die häufigsten gesundheitlichen Probleme in der Region sind Malaria, Unterernährung und Durchfall. Als Allgemeinarzt behandelt Dr. Gehre ganz verschiedene Fälle: von Geburtshilfe über Zähne ziehen sei alles dabei.
Dr. Gehre berichtet, dass jede Woche etwa 12.000 Menschen auf der Welt an Malaria sterben – im Vergleich dazu, an Ebola sind bisher etwas mehr als 10.000 Menschen erkrankt. Doch die Zahl der Betroffenen steigt stetig an. Sieben Millionen Dosen Impfstoff würden benötigt, um allein die Bevölkerung Sierra Leones zu versorgen. „Die Motivation für Pfleger und Ärzte wäre viel größer, wenn sie geimpft werden könnten“, so Dr. Gehre. Bei seiner Familie musste er einige Überzeugungsarbeit leisten. Er selbst hat zwar großen Respekt vor Ebola, empfindet das Virus als Arzt jedoch kalkulierbar. Nach seiner Zeit in Sierra Leone wird Dr. Gehre 21 Tage in Quarantäne bleiben. Erst nach dieser Zeit wird er seine Arbeit in der Praxis von Dr. Wolf, im Zentrum Kohake wieder aufnehmen.

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