Familie Baku ist endlich wieder vereint
Hayet Baku (von links) freut sich, dass sie ihre Schwägerin Niores und ihren Bruder Rachid nun in Sicherheit weiß. Die Kinder Rosel und Linda werden bald in den Kindergarten beziehungsweise in die Schule gehen. Foto: Lange

Familie Baku ist endlich wieder vereint

Für Familie Baku beginnt ein neues Leben. Die Flüchtlinge aus Syrien sindendlich wieder vereint. Nach Jahren auf der Flucht durch Südeuropa, der Ungewissheit und viel Papierkrieg. Rachid Baku hat eine Aufenthaltserlaubnis bekommen und sogar Arbeit gefunden.
Doch der Reihe nach: Im Juli 2013 verließ Rachid Baku ohne Frau und Kinder sein Heimatdorf in der Nähe der syrischen Stadt Aleppo.
90 Tage war er auf der Flucht, 17 000 Euro verlor er dabei an unterschiedliche Schlepper, von denen ihn keiner in Sicherheit brachte.
In Izmir fielen er und weitere, die mit ihm flohen, islamischen Kämpfern in die Hände. Diese verbrannten Rachids Auto – mitsamt der Papiere. Er kam mit viel Glück mit dem Leben davon. Über Griechenland erreichte Rachid Italien. Von dort aus gelang die Flucht mit 150 anderen Menschen übers Wasser. Auf dem Schiff gab es fünf Tage weder zu essen noch zu trinken. In Deutschland kam Rachid im Oktober 2013 zunächst ins Flüchtlingslager Friedland. In dem kleinen Ort bei Göttingen erfolgt die Erstaufnahme für Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen. Von dort aus wurde er nach Kirchwehren vermittelt. Er wohnt seither bei der Seelzerin Elja Schrage, die sich bei der Stadt Seelze gemeldet hat, nachdem sie gehört hatte, dass für Flüchtlinge private Wohnungen gesucht werden.
Rachids Schwester Hayet lebt seit 15 Jahren in Deutschland und übernahm die Behördengänge für ihren Bruder. Mittlerweile hat er Arbeit in einer Autowerkstatt gefunden und lernt Deutsch. Doch die Familienzusammenführung gestaltete sich schwierig. Erst einem Fachanwalt gelang es nach einem Jahr Recherche, dass Rachid Baku seine Frau und die beiden Töchter wieder in die Arme nehmen konnte. Deren Papiere waren im Kriegswirrwarr schwer aufzutreiben gewesen. Ins Rollen ist der Prozess erst dadurch gekommen, dass man Rachids Geburtsurkunde fand – er ist als Sohn von Gastarbeitern in Deutschland zur Welt gekommen.
Vor 16 Tagen konnte Rachid seine Familie am Flughafen Langenhagen in Empfang nehmen. „Es hat viele Tränen gegeben. Wir haben uns alle in den Armen gelegen“, berichtet er. Nach den Schrecken des Krieges und der Flucht und der monatelangen Ungewissheit ist Rachid nun überglücklich. Sein Leben läuft wieder in geordneten Bahnen. Und auch das seiner Kinder wird es bald wieder. Seine Tochter Rosel (5) wird in den Kindergarten in Kirchwehren kommen, seine Tochter Linda (8) wird ab dem nächsten Jahr die Sprachlernklasse der Regenbogenschule besuchen.

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