Grüne sehen weiterhin Gefahr: Unfall an Einfahrt zum Amazon-Zentrum

Bildzeile: Die neue Zufahrt zur Baustelle Amazon: Der Unfall mit einem Fußgänger hatte sich an der alten Baustellen-Zufahrt ereignet.  Die neue Zufahrt ist wesentlich übersichtlicher. Foto: Bahl

Garbsen. Vor der bisherigen Baustellenzufahrt des Amazon-Sortierzentrums wurde ein Fußgänger angefahren und leicht verletzt. Die Grünen fordern nun einen Stopp der Arbeiten bei der neuen Baustellenzufahrt. Es müsse intensiv über schärfere Sicherheitsbedingungen an der Amazon-Einfahrt gesprochen werden, sagte Fraktionssprecher Darius Pilarski.

Der Fußgänger soll nach Polizeiangaben sein Rad im Bereich der alten Behelfs-Zufahrt in Nähe des Kreisels geschoben haben, als gerade ein LKW das Gelände verlassen wollte. Der Fahrer (37) musste warten und sah auch den Fußgänger, der wenig später aus seinem Blickfeld verwand. Als der LKW anfuhr, scheint er den Fußgänger erfasst zu haben. Der 74-Jährige stürzte zu Boden, wurde leicht verletzt und kam ins Krankenhaus. Die Polizei ermittelt gegen den LKW-Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung. Die Betriebszufahrt ist derweil um 200 Meter weiter verlegt worden, eine vorher geplante Maßnahme. Nach Augenzeugenberichten ist die Sicht an dieser neuen Zufahrt für die Verkehrsteilnehmer wesentlich besser.

Die Grünen haben auf den Unfall reagiert: In einem offenen Brief an die Verwaltung hat Pilarski das Thema nach dem leichten Unfall publik gemacht. „Wir fordern einen Baustopp der Arbeiten im gefährlichen Straßenbereich“, sagt Pilarski. Es müssten alle Möglichkeiten zur Sicherheit der Nutzer des Rad- und Fußweges genutzt werden, die technisch möglich seien. Dazu zählten auch die von den Grünen geforderten Rüttelschwellen verbunden mit einer Anhebung der Radspur im Bereich der Einfahrt zu Amazon. Der jüngste Unfall habe deutlich gemacht, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, sagt Pilarski. Die Grünen plädieren für eine Neuplanung der Zufahrt. Sollte diese Maßnahme zu Verzögerungen bei Amazon führen, so müsse dies in Kauf genommen werden. Denn oberste Priorität habe die Sicherheit der Bürger, sagt Pilarski. Seine Befürchtung: Der Verkehr werde sich nach Inbetriebnahme noch deutlich steigern. Die derzeit geplanten Maßnahmen entsprächen dem „Standard“, aber nutzten nicht alle möglichen Optionen zur Sicherheit aus, sagt Pilarski.

Die Stadt Garbsen hatte im Juni vor der Ratssitzung umfassend auf den Antrag der Grünen reagiert. Am 28. Juni hatte sich Bürgermeister Christian Grahl bereits mit der Region in Verbindung gesetzt. Es geht um eine Pilotanlage zur Verkehrssicherheit. Die Stadt hatte sich in der Juni-Ratssitzung dafür ausgesprochen, eine sogenannte Bike-Flash-Anlage als Referenzanlage in der Region für diesen Standort in Garbsen zu installieren. Diese Anlage soll die Gefahr des toten Winkels bei großen Transportern mindern. hb

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