Einmalige Kooperation: Kirche überschreibt Grundstück an Stadt Seelze
Seelze: St.-Martin-Gemeinde | Die St.-Martin-Kirchengemeinde und die Stadt Seelze haben in der vergangenen Woche eine bisher einmalige Kooperation besiegelt: Die Kirche hat der Stadt Seelze kostenlos das Grundstück der evangelischen Kindertagesstätte St. Martin (rund 2600 Quadratmeter) im Herzen von Seelze überschrieben.
Im Gegenzug errichtet die Stadt darauf eine neue Kindertagesstätte im Wert von rund einer Million Euro. Betreiber der Einrichtung wird auch zukünftig die Kirchengemeinde bleiben. Die Pläne für diese Idee wurden bereits im Jahr 2008 erstmals aufgegriffen. Bei der Unterzeichnung der entsprechenden Verträge zeigten sich Bürgermeister Detlef Schallhorn und Pastor Matthias Hoyer zuversichtlich. „Diese Kooperation ist für alle Seiten ein Gewinn“, sagte Schallhorn.
Der Vertrag beinhaltet eine Klausel, nach der die Kirche das Grundstück bei Bedarf von der Stadt zurückkaufen kann. Die neue Kindertagesstätte wird zusätzlichen Platz für zwei Krippengruppen bieten. Damit kommt die Stadt ihrem Ziel näher, bis 2013 Krippenplätze für rund 35 Prozent aller Seelzer Kinder anzubieten. Bisher sind drei Kindergruppen zu insgesamt rund 60 Kindern in der Einrichtung untergebracht. Bürgermeister Schallhorn rechnet damit, dass der Bau in etwa 15 Monaten abgeschlossen sein könnte.
Zuvor müsse der Rat der Stadt noch den Haushalt beschließen und der Bauauftrag ausgeschrieben werden. Die reine Bauzeit werde rund zwölf Monate betragen. In dieser Zeit werden die Kinder in der St.-Martin-Kirche untergebracht. Dies sei bereits durch die Landesschulbehörde genehmigt worden, sagte Diakonin Ulrike Thiele. Die Kirche biete helle, freundliche Räume, einen Holzfußboden und genügend Platz für die drei Gruppen. Die Gläubigen müssten sich in dieser Zeit etwas einschränken, aber es sei weiterhin genügend Platz für alle, sagte Pastor Hoyer.
Anlässlich der Vertragsunterzeichnung wies Bürgermeister Schallhorn darauf hin, dass die Stadt bezüglich des Ausbaus von Krippenplätzen auch im Gespräch mit der katholischen Gemeinde sei.
