Rolf Svete wird Havelser Ehrenmitglied
Rolf Svete gehört zum TSV Havelse wie die Latte zum Tor: Mit seinem Verein ist er schon zweimal um die ganze Welt gereist. Foto: Bode

Rolf Svete wird Havelser Ehrenmitglied

Er nennt das Wilhelm-Langrehr-Stadion „meine zweite Heimat“. Knapp 80.000 Kilometer – also zweimal um die Welt – ist er mit dem TSV Havelse schon durch die Bundesrepublik gereist, hat dabei mit Trainern wie Hans Siemensmeyer, Volker Finke, Jürgen Stoffregen und André Breitenreiter bittere Abstiege erlebt und sensationelle Siege gefeiert. Den Namen Rolf Svete verbinden Fußballinteressierte in der Region und auch weit darüber hinaus mit dem TSV. Der heute 76-Jährige ist schließlich seit 50 Jahren Mitglied. Für seine mehr als vier Jahrzehnte als Funktionär im Verein wurde er kürzlich vom Vorsitzenden Manfred Hörnschemeyer zum Ehrenmitglied ernannt.

Durch Zufall kam er zum TSV

„So eine Auszeichnung macht mich schon stolz“, sagt Svete. Dabei mag er sich und seine Arbeit gar nicht gern in den Vordergrund rücken. Er hat immer lieber angepackt statt zu reden. Der Glücksfall, dass Svete beim TSV Havelse landete, ist einem Zufall geschuldet. Svete wuchs in Steinhude auf, spielte in der Jugend beim SC.

Anfang der sechziger Jahre wechselte er zu Hannover 96, spielte dort in der vierten von acht Herrenmannschaften. 1965 zog Svete mit Familie in den Garbsener Stadtteil Auf der Horst. „Ein Kollege bei VW hatte mich angesprochen, warum ich immer zum Fußball nach Hannover fahre. Das könne ich in Havelse auch haben“, erinnert sich Svete. Schon nach den ersten Trainingseinheiten war er begeistert: „Die Kameradschaft und das außergewöhnliche Miteinander in der TSV-Familie gab es damals schon.“ So blieb er, spielte als Torwart und Linksaußen in sämtlichen Havelser Herrenmannschaften.

Svete bleibt dem TSV treu

Doch es blieb bald nicht nur beim Kicken. Bis auf das Amt des Schiedsrichterobmanns hatte Svete jede Funktion inne: Spartenleiter, stellvertretender Spartenleiter, Kassierer, Pressesprecher, Mannschaftsbetreuer, Fanbetreuer, Stadionsprecher, Ligaobmann, Manager, VIP-Raum-Verantwortlicher und rund 30 Jahre Beisitzer im geschäftsführenden Vorstand des Hauptvereins. Neben seiner beruflichen Tätigkeit in der VW-Finanzabteilung war Svete bis 1999 auch für den Sport im Rundblick und später in hallo Sonntag verantwortlich. „Ich frage mich heute, wie ich das alles unter einen Hut bekommen habe. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, dass sie das alles mitgemacht hat“, sagt Svete.
Er hat all seine Aufgaben mit großer Freude erfüllt. „Fußball war immer schon meine Leidenschaft“, sagt er. Für ihn kam es nie infrage, den Verein zu verlassen, trotz manchmal schwierigen Bedingungen. „Ich bin kein Wandervogel. Ich wäre mit Havelse auch in die Kreisliga gegangen, wenn es dazu gekommen wäre.“ Zweifel an seiner Aussage gibt es nicht.

Karriere mit Höhepunkten

Nachdem Svete als Stadion-sprecher bei einem Zweitligaspiel der Havelser 1991 im Niedersachsenstadion vor 30.000 Zuschauern gegen Hannover 96 im Einsatz war, wollte der Rivale ihn für seine Heimspiele für das Stadionmikrofon gewinnen. „Ich hätte das für 96 nicht mit der gleichen Leidenschaft machen können. Das musste ich ablehnen“, so Svete. Ein sportlicher Höhepunkt war für ihn der Aufstieg 1976 in die Niedersachsenliga – im entscheidenden Spiel gab es ein 3:0 bei der TSV Burgdorf vor 4000 Zuschauern, ein Viertel davon kamen aus Garbsen. „Das ist heute unvorstellbar.“ Nach dem Spiel bekam Svete einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt. „Als wir mit den Autos wieder in Havelse waren, hatte ich nur noch die Stängel in der Hand vor lauter Winken“, sagt er mit einem Lachen. Svete bezeichnet den Gewinn von Manager Stefan Pralle vor sieben Jahren als „absoluten Glücksfall“ für den TSV. „Die Arbeit, die er seither geleistet hat, hätten Dieter Haaßengier und ich gar nicht mehr leisten können“, sagt Svete.
Der Abschied 2013 von allen Ämtern sei ihm leichtgefallen. „Es war mir zu viel, schließlich war ich da schon über 70.“ Die Leidenschaft, mit der er  die Spiele im Stadion – seiner zweiten Heimat – verfolgt, ist geblieben. Einen großen Wunsch hat er noch. „Ich möchte noch einmal ein Spiel im DFB-Pokal hier erleben. Das sollte mir die Mannschaft noch erfüllen“, sagt Svete.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.