Speeddating und Alzheimer: Kleine Bühne Seelze präsentiert unterhaltsames Stück
Theater in Seelze: Bei einer privaten Feier der Kursteilnehmer ist die Stimmung nicht nur ausgelassen – auch ernste Themen wie Alzheimer und Einsamkeit sind großes Gesprächsthema und sorgen für Aufregung. Foto: Lache

Speeddating und Alzheimer: Kleine Bühne Seelze präsentiert unterhaltsames Stück

Vorhang auf und Bühne frei hieß es erneut für die „Kleine Bühne“ aus Seelze, die im Neuen Forum der Geschwister-Scholl-Schule ihr Theaterstück „Blütenträume“ von Lutz Hübner vor ausverkauftem Zuschauerraum spielte.
Das 21-köpfige Team mit acht aktiven Schauspielern bereitete sich rund fünf Monate auf seine Auftritte vor, wobei die Akteure sich ein- bis dreimal pro Woche trafen. Schließlich feierten sie bereits vor zwei Wochen ebenfalls im Neuen Forum die Premiere der Tragik-Komödie und begeisterten auch in Gehrden und Wennigsen ihr Publikum.
Mit viel Humor vermittelten die Schauspieler die Schwierigkeit bereits verwitweter oder geschiedener Menschen in der sogenannten „nachberuflichen Lebensphase“. Diese stehen der Einsamkeit gegenüber und wünschen sich dabei mehr als gutes Essen und ab und zu als Babysitter für die Enkelkinder zur Verfügung zu stehen. Sie suchen einen neuen Lebenspartner. Das Stück zeigte, wie die  verschiedenen Charaktere, von Heinz (Dieter Schmiedel), dem zurückhaltenden Automechaniker bis Britta (Monika Paul), der spießigen, verklemmten Bibliothekarin, einen „Ü55-Flirtkurs“ besuchten. Hier sollten sie anhand verschiedener Übungen und einem Speeddating, das aufgrund der Unbeholfenheit der Teilnehmer für großes Gelächter beim Publikum sorgte, lernen, wie sie selbst gesehen werden und ebenso gesehen werden möchten.
Innerhalb der gesamt fünf Bilder wurde jedoch schnell deutlich, dass es über die Vorgehensweise des Kursleiters und die Lösung der aufkommenden Probleme sehr unterschiedliche Ansichten gab und ebenfalls durch die unterschiedlichen, aufeinanderprallenden Lebenserfahrungen der Teilnehmer Reibungspunkte vorprogrammiert waren.
Da in dem Stück auch ernste Themen wie Einsamkeit, negative Erfahrungen, das Sterben und Alzheimer eine Rolle spielten, verließ das Publikum ebenso unterhalten wie nachdenklich das Forum. „Wir wünschen uns, dass das Team uns noch lange erhalten bleibt und vielleicht auch junge Menschen dazu stoßen, die unsere Stücke noch vielseitiger machen“, sagte Dirk Rettberg, der hinter den Kulissen tätig ist, am Ende des Abends zufrieden.

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