405 Zuschauer sehen „Ziemlich beste Freunde“
Die Aufführung des Euro-Studios Landgraf zeigte auf Einladung des Vereins Calenberger Cultour & Co. die Tragikomödie „Ziemlich beste Freunde“ mit Timothy Peach, Felix Frenken und Sara Spennemann.

405 Zuschauer sehen „Ziemlich beste Freunde“

Eine ziemlich spezielle Freundschaft

Theatersaison endet mit Komödie in Anlehnung an Kinoerfolg

Barsinghausen. Zum Abschluss der Theatersaison 2015/2016 hat der Verein Calenberger Cultour & Co. (CC&Co.) am Sonntagabend einen besonderen Leckerbissen im Theater am Spalterhals angeboten: die Komödie „Ziemlich beste Freunde“ nach dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache in der Bühnenfassung von Gunnar Dreßler. Ihm ist es gelungen, ein ebenso berührendes wie witziges Theaterstück zu schreiben, das die tragisch-komischen Ereignisse leicht und liebevoll erzählt.

Die Story beruht auf einer wahren Begebenheit. Der reiche, seit einem Paragliding-Unfall vom Hals abwärts gelähmte Philippe Pozzo di Borgo hat genug vom scheinheiligen Mitleidsgetue seiner Umwelt.

Weil es keiner lange bei ihm aushält, sucht er einen neuen Pfleger. Der arbeitslose und frisch aus dem Knast entlassene Driss (Felix Frenken) bewirbt sich pro forma als Pfleger beim reichen und querschnittsgelähmten Philippe (Timothy Peach). Doch auf den Job ist er gar nicht aus, sondern viel mehr auf den Stempel für das Arbeitslosengeld.

Gegen jede Vernunft engagiert ihn der reiche Aristokrat doch, weil er spürt, dass der farbige Junge aus der Banlieue, der Pariser Vorstadt, ihm nicht mit Mitleid begegnet, sondern ihn als normalen Menschen behandelt.

Driss stellt das starre und geordnete Leben von Philippe auf den Kopf und haucht ihm neuen Lebensmut ein. Statt mit dem Behindertenauto fahren die beiden mit einem Sportwagen durch Paris, liefern sich Verfolgungsjagden mit der Polizei, rauchen Joints und lassen sich Prostituierte kommen. Es entwickelt sich eine innige Freundschaft zwischen den Männern.

Als hocherotisches Leder-Luder, das nach Driss´ Idee dem Philippe die Lust am Leben wiederbringen soll, überzeugt Sara Spennemann genauso wie als Assistentin mit herrlicher Noblesse.

Last but not Least: Die Inszenierung ist und bleibt trotz des ernsten Hintergrundes und des deutlichen Appells, Behinderte als normale Menschen zu behandeln, ein riesengroßer Spaß und eine Komödie vom Allerfeinsten, die auch für den ein- oder anderen Brüller gut ist.

Freunde10Quelle: Heidi Rabenhorst
Freunde1Quelle: Heidi Rabenhorst

Bildquelle

  • Freunde10: Heidi Rabenhorst
  • Freunde1: Heidi Rabenhorst
  • Freunde11: Heidi Rabenhorst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.