Abschied von Sternenkindern
Pastor Wichard von Heyden zündet eine Kerze für totgeborene Kinder auf dem Friedhof an der Levester Straße an.

Abschied von Sternenkindern

Abschied von Sternenkindern

Gedenkfeier am 21. November für Totgeburten und Schwangerschaftsabbrüche

Gehrden. Auf dem Friedhof an der Levester Straße werden Sternenkinder – das sind Totgeburten oder Schwangerschaftsabbrüche – in einer eigenen, kleinen Gedenkstelle anonym beigesetzt. Die nächste Gedenkfeier ist dort am 21. November.

Es gibt viele Gründe, warum Frauen Fehlgeburten erleiden. Und oft erleben die Mütter mit dem Verlust des eigenen Kindes eine tiefe Trauer, die Jahre andauern kann. Umso wichtiger ist ein Ort, an dem die Eltern um ihre verlorenen Kinder trauern können. Auf dem Gehrdener Friedhof gibt es seit 2004 eine von der Stadt eingerichtete Begräbnisstätte. Einmal im Jahr findet dort eine Gedenkfeier statt.

Wolfram Seifert, Chefarzt der Frauenklinik des Klinikums Robert Koch, lädt mit der evangelischen Krankenhausseelsorgerin Gunhild Junker am Sonnabend, 21. November, um 15 Uhr zu der Feier ein. Der katholische Seelsorger Christoph Paschek und sein evangelischer Kollege Wichard von Heyden gestalteten gemeinsam die Andacht, bei der Abschied genommen wird von den im letzten Jahr tot zur Welt gekommenen Kindern, von Fehlgeburten und von den Schwangerschaftsabbrüchen.

Auf dem Friedhof an der Levester Straße werden die Sternenkinder, wie sie liebevoll genannt werden, in einer eigenen, kleinen Gedenkstelle anonym beigesetzt. Dort sind alle Föten, die in den Regionsklinken geboren wurden, gemeinsam bestattet. Bis zu den Beisetzungsterminen werden sie in der Pathologie der Kliniken aufbewahrt. „Eltern, die von einer Fehl– oder Totgeburt betroffen sind, leiden sehr. Das Kind war oft lange ersehnt. Dazu kommt der Schmerz, das Kind verloren zu haben, bevor die Eltern es kennenlernen konnten. Mit der Andacht und der Aussegnung wollen wir den Eltern und Angehörigen helfen, loszulassen“, sagt Pastor Wichard von Heyden. Er sei überrascht, wie viele Frauen von dem Schicksal betroffen seien. „Frauen trauern oft noch nach Jahren um ihre verlorenen Kinder. So kommt eine fast 80-jährige Frau jedes Jahr zu der Gedenkfeier, die vor 50 Jahren ihr Kind verloren hat“, berichtet der Seelsorger.

Bildquelle

  • Sternenkinder1: Heidi Rabenhorst

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