Deutschkurs in der Moschee
Durchschnittlich zehn Frauen treffen sich zweimal wöchentlich in der Moschee zum Deutschkurs.

Deutschkurs in der Moschee

Die Moschee wird zum Lernort

Angehende Gymnasiallehrerin gibt Migrantinnen Deutschunterricht

Lernen in der Moschee2

Quelle: Heidi Rabenhorst

Empelde. In der Eyub-Sultan-Moschee an der Chemnitzer Straße gibt Cagla Yilanli seit Jahresbeginn Deutschunterricht für Flüchtlinge. Durchschnittlich nehmen etwa zehn Frauen am deutschlandweiten Projekt ABCami – Alphabetisierung und Grundbildung an Moscheen teil. „ABCami unterstützt Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben und nutzt dabei den Lernort Moschee, um die Menschen dort zu erreichen, wo sie sich in ihrem Alltag wohlfühlen“, sagt Kursleiterin Cagla Yilanli.

Frauen mit türkischem Migrationshintergrund lernen zweimal die Woche gemeinsam. Unterrichtet wird in Deutsch mit Ergänzungen in Türkisch. Auch die Arbeitsmaterialien sind so aufgebaut – mit Themen, die der Alltagsrealität und der Lebenswirklichkeit der Lernenden entnommen sind. „Das hat Erfolg“, sagt die angehende Gymnasiallehrerin.

Im Januar startete der erste Deutschkursus in der Moschee. Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren drücken seither die improvisierten Schulbänke. Sie lernten, sich vorzustellen, etwas „Smalltalk“ zu halten und schmerzende Körperteile zu benennen, wenn sie beim Arzt sind. In rund zweistündigen Unterrichtseinheiten versucht Yilanli den Teilnehmerinnen Grammatikregeln und Vokabeln beizubringen. Zu den Teilnehmerinnen gehört auch Zeynep Akgül. Die Mutter von drei Kindern lebt seit 18 Jahren in Deutschland. „Es ist wichtig, die Sprache zu können“, erzählt die 36-Jährige. Auch für Ayse Keskin ist das Beherrschen der Sprache das Allerwichtigste. „Ohne Sprache geht es nicht“, sagt die 52-Jährige.

 

 

Bildquelle

  • Lernen in der Moschee2: Heidi Rabenhorst
  • Lernen-in-der-Moschee3: Heidi Rabenhorst

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