Ein Hund als bester Freund. Zwölfjähriger aus Leveste leidet an einem unheilbaren Gen-Defekt – und benötigt Hilfe

Ein Hund als bester Freund. Zwölfjähriger aus Leveste leidet an einem unheilbaren Gen-Defekt – und benötigt Hilfe

Leveste.  Der zwölfjährige Benedikt aus Leveste leidet unter dem Fragiles-X-Syndrom, einem unheilbaren Gendefekt. Ein eigens für ihn ausgebildeter Assistenzhund soll nun das Leben des Jungen und der Familie erleichtern.

„Benedikt ist anders.“ Das wusste Mutter Miriam Schmidt bereits früh. Mehrmals ließ sie ihn untersuchen – ohne Ergebnis. Bis zum sechsten Lebensjahr sei Benedikt entwicklungsverzögert gewesen, sagt sie. Erst mit zwei Jahren konnte er laufen. Das Sprechen fiel ihm schwer. Und er war hyperaktiv. „Ein kleiner Wusel“, berichtet die Mutter. Ständig sei er in Bewegung, Gefahren könne er nicht gut einschätzen. Erst als Benedikt sechs Jahre alt war, erhielten die Eltern Gewissheit: Ihr Sohn hat einen Gen-Defekt und leidet an dem unheilbaren Fragiles-X-Syndrom.

„Es war ein Schock“, sagt Miriam. Doch Benedikt hatte Glück. Er kam stets in Einrichtungen, die sich großartig um den Jungen kümmerten. Erst im Kindergarten Lemmie, dann in der Albert- Schweitzer-Grundschule Goltern und jetzt an der Bert-Brecht-Förderschule in Barsinghausen. Letzteres ist nur möglich geworden, weil sich das Kultusministerium eingeschaltet hat. Die Landesschulbehörde hatte es abgelehnt, Benedikt an einer Förderschule Lernen unterrichten zu lassen. „Es passt perfekt“, freut sich Miriam Schmidt. Die Schule sei toll, die Lehrer engagiert und motiviert.

Benedikts Alltag ist anders. „Das Leben rauscht an ihm aufgrund seiner massiven Wahrnehmungsstörung wie im Eiltempo vorbei, als säße er den ganzen Tag in einem ICE-Hochgeschwindigkeitszug und schaue aus dem Fenster“, sagt Vater Gerald Schmidt. Er könne Reize schlechter filtern als andere, leide unter einer völligen Reizüberflutung. Rund um die Uhr muss ein Familienmitglied bei ihm sein. „Er ist schnell überfordert und hat permanent Angst vor neuen Situationen und ihm unbekannten Menschen“, fügt er hinzu. Und: Er zieht sich zurück. Der Elfjährige verlässt heute freiwillig selten die häusliche Umgebung und hat kaum soziale Kontakte. Was hilft, ist die tolle Nachbarschaft im Levester Bruchfeld.

Die Behinderung betrifft die ganze Familie, auch Schwester Hanna (9). „Unser Leben hat sich durch Benedikts Situation sehr geändert“, sagt Gerald Schmidt. Es sei lauter, unangepasster und nichts sei planbar.

Ein Assistenzhund soll helfen, das Leben von Benedikt zu ändern – „als Brücke zwischen seiner und unserer Welt“, sagt seine Mutter. Das Tier soll den Elfjährigen im Straßenverkehr und bei öffentlichen Veranstaltungen begleiten, ihm Sicherheit und Ruhe geben. „Er soll sein Freund, Beschützer und Begleiter sein“, sagt Mutter Miriam. Das Tier soll merken, wenn Benedikt nervös und unruhig wird, um ihn dann aus dieser Situation herauszuführen.

Die Ausbildung des Hundes im WZ Hundezentrum Norddeutschland ist allerdings kostspielig. Etwa 25 000 Euro müssen für den ausgebildeten Labrador bezahlt werden, der auf den Namen Aladin hört. Seine Ausbildung ist langwierig, sie dauert etwa zwei Jahre. Und sie ist direkt auf Benedikts Bedürfnisse zugeschnitten. Die ersten vielversprechenden Treffen zwischen Jungen und Hund gab es bereits. „Es ist ein durchdachtes Konzept“, sagt Gerald Schmidt.

Deshalb hofft die Familie auch, dass Menschen das Projekt unterstützen, zum Beispiel mit einer Spende. Die Familie freut sich aber auch, wenn Bürger helfen, das Projekt über die Internetseite https://m.facebook.com/assistenzhundaladin bekannter zu machen. Dort ist auch nachzulesen, wie es mit der Ausbildung von Aladin vorangeht. Informationen gibt es zudem auf Benedikts Homepage http://einassistenzhundfuerbenedikt.jimdo.com.

Spenden können auf das folgende Konto überwiesen werden: Servicehundzentrum e.V., IBAN: DE25 1305 0000 0201 0619 88, BIC: NOLADE21ROS, OSPA, Assistenzhund für Benedikt Schmidt.

Pfandbons erbringen 700 Euro

Spenden gehen an Benedikt für seinen Assistenzhund Aladin

Gehrden. Die Großzügigkeit vieler Bürger aus Gehrden und aus den umliegenden Ortschaften am Leergutautomaten zahlt sich für Benedikt und seinen Assistenzhund Aladin aus: 700 Euro aus gespendeten Pfandbons kamen so in den vergangenen zwei Monaten im Gehrdener Rewe-Markt an der Nordtstraße zusammen.

„Die Bons gehen bei 15 Cent los, aber betragen auch mal 22 oder 23 Euro“, sagte Marktleiter Georg Szedlak am Freitag bei der Scheckübergabe an Benedikt und seine Eltern Miriam und Gerald Schmidt und Schwester Hanna (9).  Die Bons hatten Kunden in den Sammelkasten neben dem Leergutautomaten eingeworfen. Gerald Schmidt ist überwältigt von der großen Spendenbereitschaft. „Wir möchten uns ganz herzlich für die Großzügigkeit bedanken“, freut sich Gerald Schmidt. Ohnehin sei er zutiefst gerührt über die große Anteilnahme am Schicksal seines Sohnes. Die süßeste Idee, Spenden zu sammeln, hatten „Benes“ – wie er liebvoll genannt wird – seine ehemaligen Schulkameradinnen Louisa und Emmely. „Sie wollten uns unbedingt helfen. Und zwar mit selbst gebackenem Kuchen, den sie an interessierte Menschen in Eckerde, Langreder und Großgoltern verkauft haben. Gut vorbereitet mit Bollerwagen, Kuchen und Flyern zum Projekt haben beide an zwei Tagen die stolze Summe von 400 Euro  gesammelt. Wir sind tief beeindruckt von so viel Engagement und Hilfsbereitschaft“, fügt Schmidt dankbar hinzu. Insgesamt seien schon 7000 Euro gespendet worden. „Wir haben schon rund 30 Prozent der erforderlichen Summe“, so Schmidt.

Noch bis Ende des Jahres können Bürger ihre Pfandbons im Rewe-Markt an der Nordstraße für Aladins Ausbildung spenden.

Pfandbons erbringen 700 Euro (von links): Hanna (9), Gerald Schmidt, Benedikt (12), Miriam Schmidt und Rewe-Marktleiter Georg Szedlak. Foto: RabenhorstQuelle: Heidi Rabenhorst

Pfandbons erbringen 700 Euro (von links): Hanna (9), Gerald Schmidt, Benedikt (12), Miriam Schmidt und Rewe-Marktleiter Georg Szedlak. Foto: Rabenhorst

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  • Benedikt1: Heidi Rabenhorst

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