„Es wird noch richtig schwer“

„Es wird noch richtig schwer“

Kirchdorf gewinnt Kreisliga-Topspiel gegen Gehrden / TSV-Routinier Ralf Schauer im Gespräch

Der TSV Kirchdorf hat mit seinem Sieg über den direkten Konkurrenten SV Gehrden das Aufstiegsrennen und der Fußball-Kreisliga offen gehalten. hallo sprach mit Kirchdorfs Co-Trainer und SRalf Schauer über die emotional geführte Partie und die Aufstiegschancen seines Teams.

Der TSV Kirchdorf hat den Kampf um Titel und Aufstieg in der Fußball-Kreisliga wieder spannend gemacht. Am Sonntag besiegte der Tabellendritte den zweitplatzierten SV Gehrden auf dem Kunstrasen an der Max-Planck-Straße nach einem emotionalen Spiel mit 2:1 (1:1). Beide Mannschaften sind nun punktgleich (je 58 Punkte) und weiterhin ärgste Verfolger des Tabellenführers 1. FC Germania II (59 Punkte bei einem Spiel weniger).

Die Kirchdorfer hatten die Gäste aus der Burgbergstadt in der ersten Hälfte unter Kontrolle und ließen den Gegner dank guten Stellungsspiels und schnell vorgetragener Angriffe kaum zur Entfaltung kommen. Allerdings scheiterte der TSV, hauptsächlich in Person von Robert Just, mehrmals vor dem Gehrdener Tor. In der 22. Minute war es schließlich Tim Litzok, der Kirchdorf in Führung schoss. Doch mit der Schlussminute der ersten Hälfte gelang Giovanni Costa per Strafstoß der zu diesem Zeitpunkt schmeichelhafte Ausgleich.
Nach der Pause wurde die Partie ruppiger, Schiedsrichter Dirk Rodewald drohte das Spiel zu entgleiten. Mehrere strittige Pfiffe des Unparteiischen und Heldentaten von SV-Keeper Eike Schröder später später nutzte der gerade eingewechselte Baris Miisoglu die Verwirrung im Gehrdener Strafraum und netzte aus 20 Metern zum 2:1 für Kirchdorf ein (80.). Vier Minuten später verschoss Jan Conradi einen Strafstoß, doch rettete der TSV die Führung auch ohne Elfmeter über die Zeit.

Ralf Schauer ist Co-Trainer und Spieler beim TSV Kirchdorf. hallo fragte ihn nach der Partie, wie er das Spiel gesehen hat.

hallo: Ralf, Sie kamen erst wenige Minuten vor dem Abpfiff aufs Feld. Wie haben Sie das Spiel von Außen gesehen?
Ralf Schauer: Wir waren heute die klar bessere Mannschaft und hätten eigentlich bereits nach der ersten Halbzeit mit 3:0 führen müssen. Dann hätten wir auch mehr Ruhe ins spiel bekommen und Hektik wäre gar nicht erst aufgekommen. Ich war mir schon heute morgen sicher, dass wir ein gutes Spiel abliefern würden. Und die Jungs haben den Sieg einfach mehr gewollt als Gehrden.

hallo: Es war also ein verdienter Sieg?
Schauer: Nachdem wir so viele Chancen ausgelassen haben, hätte es eigentlich ein Unentschiden werden müssen.

hallo: Wir wichtig war dieser Erfolg?
Schauer: Der war Pflicht, weil wir sonst im Aufstiegsrennen aus eigener Kraft nicht mehr viel hätten reißen können. Es war ein Schlüsselspiel, ein Erfolg, der uns hoffentlich Auftrieb für die nächsten schweren Spiele gibt.

hallo: Wie schwer ist das Restprogramm?
Schauer: Wir haben noch sechs Spiele – nahezu alle gegen Abstiegskandidaten, die ums Überleben kämpfen. Wir sind eine der besten Kontermannschaften der Liga, doch gegen diese Gegner müssen wir selbst das Spiel machen, und das liegt uns nicht, weil wir dann teils zu eigensinnig agieren. Es wird richtig schwer.

hallo: Germania hat auch gewonnen. Was bedeutet das für den TSV?
Schauer: Wir spekulieren ohnehin nur noch auf den Relegationsplatz, denn Germania wird sich diese Chance nicht nehmen lassen und das Team mit Oberliga-Spielern auffüllen – was legitim ist. Für uns hat sich also nicht geändert, auch wenn wir zu Saisonbeginn dachten, wir könnten Meister werden. Doch dafür hätten wir häufiger unsere Hausaufgaben machen müssen.

hallo: Ein Wort zum Schiedsrichter, der es in einem hektischen Spiel nicht leicht hatte.
Schauer: Ehrlich gesagt habe ich nicht verstanden, warum sich die Gehrdener so aufgeregt haben. Die haben 90 Minuten lang gesabbelt. Und wenn jemand den Schiri bedroht – wir Ibo Bakri es getan haben soll (84. Minute; d. Red.) – dann ist das eben Rot.

hallo: Schafft Kirchdorf den Aufstieg?
Schauer: Ziel ist zunächst die Relegation. Und dann sehen wir weiter.

hallo: Herr Schauer, vielen Dank für das Gespräch.

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