Karneval der Tiere im Bürgersaal
Die hochvirtuosen Pianisten Niklas Stoffers (links) und Xabel Martinez Reiners zeigen eine herausragende Leistung.

Karneval der Tiere im Bürgersaal

Elefanten sind mit den Elfen verwandt

Karneval der Tiere und „tierisches“ im Bürgersaal

Gehrden. Wer bisher nicht wusste, was Elefanten, wenn sie als „Elfantöse“ im Ballettröckchen auftreten, ausgerechnet mit den Elfen gemeinsam haben, ist am Sonnabendabend eines Besseren belehrt worden. Rund 300 kleine und große Zuhörer haben im voll besetzten Bürgersaal ein temperamentvolles Konzert des Gehrdener Kammerorchesters unter der Leitung von Bernardo Martinez erlebt.

„Denken Sie nur an die Zähne. Daher kommt das Grazile“, sagt ein Zebra, das Schülerlotse war, kein Streifenpolizist werden wollte und nun als Kulturreporter arbeitet. Solche Wort-Pirouetten und witzigen Verfremdungen sind typisch für den souverän-humorvoll vortragenden Friedhelm Kändler. Der ehemals hannoversche „Kult-Autor“ hatte eigens für dieses Konzert einen neuen Text zum „Karneval der Tiere“ kreiert. Und bei dem „noch nicht der Euro gefallen“ war, um mit Kändler zu sprechen: Das Elfenbein macht den Elefanten elfengleich. Und so schwingt er zu den gemächlichen Klängen des schelmisch gespielten Kontrabasses von Annemete von Vogel sein Tanzbein.

Am Anfang beeindruckte Silvia Wintergalen auf der Piccolo-Blockflöte als „Distelfink“, die dem schwierigen Part eine große Leichtigkeit verleihen konnte. Ein erster Höhepunkt war die „Singende Säge“ von Stephan Meier, der auch das Schlagzeug des Karnevals übernommen hatte. Die Verschmelzung seiner Töne mit der Sopranistin Ines Reiners aus Wennigsen zu einem Duett der Katzen und die von ihr sicher erreichten Höhen waren ein Hörerlebnis der besonderen Art. Überragend akzentuiert und zusammengehalten wurde die Musik des Karnevals von Niklas Stoffers und Xabel Martinez Reiners.

Die glanzvolle Leistung der beiden jungen Pianisten und Preisträger wurde erst durch den Dirigenten Bernardo Martinez ermöglicht. In mühevoller Kleinarbeit hatte er die vom Komponisten vorgesehenen zwei Klaviere in ein Klavier zu vier Händen umgearbeitet, ohne dass sie sich in dem Auf und Ab der Läufe in die Quere kommen konnten. Ein zweites Klavier hätte den ohnehin schon gewaltigen Kostenrahmen des Projekts gesprengt.

Dem Publikum blieben schließlich viele dichte musikalische Bilder in Erinnerung; Das Gegacker der „Gaga“- Hühner und das quietschende „I-Ah“ der Esel und die atemberaubende Geschwindigkeit der Wildesel durch die hochvirtuosen Pianisten. Beeindruckend auch der melancholische Klarinetten-Kuckuck von Elisabeth Dennert-Möller, das von Jeanette Rosenhäger brillant gespielte Geflatter der Vögel-Flöte sowie die sphärische Unterwasser-Musik des Aquariums. Zuletzt ließ die Cellistin des Orchesters, Ellen Kienhorst den berühmten Schwan ebenso gefühlvoll zart wie majestätisch dahingeleiten.

Als Zugabe forderten die begeisterten Zuhörer noch einmal das feurige Finale.

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Bildquelle

  • Karneval Tiere7: Heidi Rabenhorst

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