Märchen und Kunst in Benthe. Zum Jahresabschluss liest Hannelore Hübner afrikanische Märchen
Lune Ndiaye (von links), Hannelore Hübner und Kristina Henze. Foto: Rabenhorst

Märchen und Kunst in Benthe. Zum Jahresabschluss liest Hannelore Hübner afrikanische Märchen

Benthe. Ein erfolgreiches Jubiläumsjahr mit insgesamt sieben Ausstellungen liegt hinter dem Verein Kunstraum Benther Berg. Mit einer nachmittäglichen Erzählstunde haben rund 30 Gäste am Sonntag den Jahresabschluss gefeiert. Am letzten Tag der Ausstellung „Zusammenleben“ des senegalesischen Künstlers Lune Ndiaye hatte der 20 Jahre alte Kunstverein die Besucher eingeladen, bei heißen Getränken und frischem Kuchen einem afrikanischen Märchen zu lauschen.

Zuvor hatte die Malerin Kristina Henze  noch einmal durch die Ausstellung geführt. Sie war es auch, die den Kontakt zu Märchenerzählerin Hannelore Hübner hergestellt hatte. „Märchen wurden früher erzählt, natürlich. Aber diese Selbstverständlichkeit ist verloren gegangen“, sagte Henze in ihrer Begrüßung. In den letzten Jahren habe man sich allerdings wieder auf den Wert des Erzählens besonnen.

Hübner hat im Rahmen eines Theaterprojekts eine Ausbildung zur Märchenerzählerin gemacht. Dieses Projekt wurde von der Kunstakademie Berlin organisiert und begleitet. Das Märchenerzählen ist eine eigene Kunst. Es wurde bereits im Jahr 2016 als immaterielles Kulturerbe der Unesco anerkannt.

„Das Märchen stellt eine wunderbare Welt dar, in der sich alle Sehnsüchte des menschlichen Herzens erfüllen“, sagte Henze voller Begeisterung. Die uralten Volkserzählungen seien auf der ganzen Welt verbreitet. Identische Märchenmotive fänden sich in extrem weit auseinander liegenden und einander ganz fremden Kulturen wieder, berichtete sie.

Hannelore Hübner, die sich schon früh mit dem freien Sprechen und Erzählen beschäftigt hat, zog die Zuhörer sofort in ihren Bann. In enger Absprache mit dem afrikanischen Künstler, brachte sie Märchen aus Ghana und Wald-Guinea zu Gehör. Drei Stück an der Zahl waren es dann auch, die sie gestenreich und mimikreich vortrug.

Wie in jedem Märchen stand auch in ihren Erzählungen immer ein Held oder eine Heldin im Mittelpunkt. So erfuhren die Zuhörer unter anderem die Geschichte des Spinnenmannes Anansi und das Geheimnis eines alten Ehepaares. Die Besucher der Ausstellung konnten die Bilder von Ndiaye auf sich wirken lassen, während sie Hannelore Hübners spannenden Erzählungen lauschten. Auch danach gab es genügend Zeit, um sich mit der Märchenerzählerin und mit dem Künstler auszutauschen.

Bildquelle

  • 05_FOTO_Kunstraum_rh: Heidi Rabenhorst

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