Natur und Golf im Einklang?
Gegenseitiger Austausch: Naturschützer und Mitglieder des Golfclubs diskutieren über den Bau eines Golfplatzes in Gehrden und informieren sich auf der Anlage in Gleidingen.

Natur und Golf im Einklang?

Dialog über einen Golfplatz

Naturschützer und Verein wollen gemeinsame Ideen für das Projekt sammeln

Gehrden/Gleidingen. Der Naturschutzbund (Nabu) Gehrden/Benthe setzt sich intensiv mit dem möglichen Bau eines Golfplatzes auseinander. Zur Entscheidungsfindung sollte nun eine Exkursion zum Golfplatz Gleidingen dienen.

Bei der Begehung mit Head-Greenkeeper Volker Steenken in Gleidingen begrüßte die Nabu-Vorsitzende Gisela Wicke am Sonnabendnachmittag auch Rudi Locher, den Vizepräsidenten des 1. Golfclubs Gehrden, und seinen Vorstandskollegen Volker Tuchardt. „Wir sind schon seit über einem Jahr mit dem Golfclub in Kontakt – uns ist weiterhin an einem Austausch gelegen“, betonte Wicke. Der Verein will einen sogenannten zertifizierten Golfplatz mit vielen naturnah angelegten Bereichen bauen und legt großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund.

Zu den diskutierten Knackpunkten gehörte unter anderem der Flächenverbrauch von sehr wertvollen Ackerböden. „Diese fehlen eventuell für eine Ausweitung des ökologischen Landbaus, der mehr Fläche für die Produktion von umweltverträglichen Lebensmitteln braucht“, gab Wicke zu bedenken. „Bevor eine Neuanlage entsteht, sollte die Auslastung der jetzigen Golfplätze kritisch hinterfragt werden“, meinte die Nabu-Expertin. Ein großer Unterschied zu landwirtschaftlich genutzten Flächen sei der mit den Nutzungsrechten verbundene hohe Wasserverbrauch von insgesamt 75 000 Kubikmetern. Bedenkenswert sei zudem die permanente Störung der Landschaft durch tägliches Mähen der Greens und das Golfspielen an sich.

Beobachtungen der Tiere haben indes die Ergebnisse von ökologischen Untersuchungen bestätigt. Sehr zur Freude der Besucher waren störungsunempfindliche Tiere wie Hasen, Bachstelzen, Graugänse und Teichhühner sowie an den Menschen angepasste Tierarten wie Schwalben zu beobachten. „Sehr positiv ist, dass sich um die Schwalben sehr gekümmert wird“, freute sich die Nabu-Schwalbenbeauftragte Kerstin Cuccureddu. Libellen und weitverbreiterte Vögel wie Meisen, Amseln, Grauammern, die normalerweise in den Hecken vorkommen, waren allerdings nicht zu sehen.
Locher faszinierten vor allem Details zu den vielfältigen ökologischen Aspekten: „Da nehmen wir vieles mit, zum Beispiel Informationen über die vernetzten Teiche und Feuchtgebiete. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir gemeinsam einen artenreichen Golfplatz schaffen könnten“, erklärte der Golfclub-Vizechef.

Der Nabu will sich noch die Golfplätze in Burgdorf und in Bad Münder ansehen. „Damit setzen wir den offenen und kritischen Dialog fort“, sagte Wicke.

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Golf Wildgänse

Quelle: Heidi Rabenhorst

Bildquelle

  • Golf Wildgänse: Heidi Rabenhorst
  • Golf1: Heidi Rabenhorst

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